336
wollten den Nenankonunenden in ihren lustigen Kreis ziehen. Erwarf sich schweigend, mit verschränkten Armen in einen Winkelsitz.Sie tranken ihm zu. Er wies sie zurück. Sie machten sich überdas arme Muttersöhnchen lustig, wie sie ihn nannte». Er ant-wortete nicht. Er brütete über Plane der Rache von fürchterlicherArt. Seines entehrten, zertretenen Lebens achtete er nicht mehr.Er beschloß zu sterben und den Tod zu suchen, um der Welt dasBeispiel zu geben, daß Macht und Gewalt nichts über den Willendes Entschlossenen vermögen, der nicht in Fesseln der Sklavereilebe» mag.
Die lärmende Gesellschaft um ihn her war eben hinauSgegan-gen frische Luft zu schöpfen, als sich die Thür öffnete. Der wacht-habende Offizier und Herr Wilmson traten ein. Als Fritz seinenVater erblickte, sprang er auf, warf sich an dessen Brust undschluchzte so laut, so heftig, daß es selbst den Offizier zu rührenschien. Dieser mochte nicht länger Augenzeuge des Abschiedes sein,und entfernte sich schnell.
Herr Wilmson sprach kein Wort. Er ließ den Schmerz seinesSohnes austoben. Erst als sich dieser erschöpft auf eine der höl-zernen Bänke niedersetztc, trat Herr Wilmson zu ihm und sagte,indem er Fritzens Hand »ahm: „ Du weinst, wie ein Knabe. Icherwartete in dir einen Man» zu sehen, der jedes Schicksal tragenkönne. Was ist'S denn mehr? Du bist Gefangener, bist Soldat.Aber bleib' nur in dir stark und frei und gerecht, dann ist nichtsverloren. Sei ruhig! Es ist noch nicht Alles verloren, wenn dndich nicht selbst aufgibst."
— Wie, Sie haben »och Hoffnung, mich frei zu sehen?
„Allerdings."
— Sie können mich wieder loskaufcn? — rief Fritz, trocknetedie Auge» und sprang freudig auf.
„Nein. Ich habe das Acnßerste für dich versucht. Man hat