Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
Seite
330
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Einfaltspinsel, ich berauben? Einen Scherz trieb ich, undnichts weiter. Sie kennt mich wohl. Aber der Pfcifcnkopf . .

Fritz trat einen Schritt näher, vergaß alte» Zorn und faßteihn bei der Hand:Wie, mein Herr, also Sie kennen sic?"

Allerdings. Aber bleib' Er mir vom Leibe und th»' Er nichtso gemein mit mir. Und der Pfeifcnkopf?"

Der junge Wilmson hätte jetzt »m Alles in der Welt gernFrieden und Freundschaft mit seinem Gegner geschlossen. Er warim Begriff, das unglückliche Mißvcrständniß von gestern zu be-reuen und wegen des Handels um Verzeihung zu bitten. Da gingdie Thur auf, und sein Vater kam zurück.

Ich will nicht auf dich warten," flüsterte Wilmson seinem Sohneim Vorbeigehen zu,ich bin zu Hause nöthig. Komm mir baldnach, sobald du abgcfertigt bist.

Warum sind wir vorberufe»?" fragte Fritz.

Still, Fritz, der König selbst ist im Zimmer!" erwiederteHerr Wilmson:Ich weiß noch nicht, was ich eigentlich hier sollte.Der König that gleichgültige Fragen nach meinem Alter, nachmeinen Vcrmögensumständen, nach dir, und ob du geschickt seiest.Dann ließ er mich wieder gehen und versicherte sehr gnädig, erwerde für dich gut sorgen, wenn du ihm gefallest. Betrage dichmuthig und sehr anständig. Der König ist bei guter Laune. Nimmaber keine Anerbietungen an, wie vortheilhaft sie auch sein mögen,falls dir dergleichen gemacht werden. Erbitte Bedenkzeit. Wirwollen Rücksprache mit einander halten. Lebe wohl indessen!"

Mit diesen Worten entfernte sich Herr Wilmson. Fritz, wie hoch-wichtig ihm zu jeder andern Zeit gewesen sein würde, in die Näheeines Monarchen zu treten, empfand jetzt weder Neugier, nochFurcht, noch Anwandlungen von Ehrgeiz. Alle seine Gedankenwaren von der Erklärung des hochmüthig-groben Kammerdienersverschlungen, daß er die trauernde Unbekannte wohl kenne. Ja,