und hing neugierige» Fragen nach, warum er mit seinem Vaterhierher beschiedcn sei. Ein Kammerdiener oder dergleichen, dessenRocknähte und Rocktaschen alle mit breiten Goldtressen bedecktwaren, daß man zwischen der Tressenmenge kaum das Tuch desKleides erblickte, stand, mit dem Nucken gegen ihn gekehrt, amFenster. Als sich dieser nach einer Weile gähnend umdrehte, sichr-er zurück und murmelte durch die Zähne: „Ei verteufelt! Ist Er's?"
Der junge Wilmson war nicht minder betroffen. Denn er er-blickte in dem Murmelnden den wohlbekannten Zeisig von gestern,dessen dickgcschwollcne Nase noch ein untrügliches Denkmal vonFritzens zn Tage gelegter Manneskraft geblieben. Der Zeisig maßihn mit giftigen und stolzen Blicken vom Wirbel bis zur Sohle,trat endlich vor ihn, stierte ihm fest in die Auge» und sagte halb-leise zwischen den Zähnen: „Ist Er nicht der Schlingel, der sichgestern unterstand ..."
Fritz trat zurück mit funkelndem Blicke und sagte: „Herr, ichbitte, keine Pöbelhastigkeit, oder ich färbe Sic noch einmal roth,trotz dem Tressenrock! "
Der Zeisig zog sich ein wenig zurück und lächelte ihn höhnischan. Der junge Wilmson wandte ihm den Rücken und ging zumFenster. In dem Augenblick fuhr ein Rciscwagen durch, auf derStraße unten; mehrere Frauenzimmer saßen darin beisammen.Eins derselbe» sah mit dem Gesicht gegen das Haus herauf. OHimmel, es war die Schöne in der Trauer! — Fritz riß hastigdas Fenster auf, ihr nachzuschcn. Sie lehnte sich aus dem Kut-schcnschlag und schien unverwandt nach ihm zu blicken, bis derWagen um eine Ecke bog. „Himmel!" seufzte Fritz: „Sieist's!Und ich muß hier sein!" — Nasch zu seinem Feinde gewandtsagte er: „Eben fährt die junge Dame fort!"
„Welche Dame?" murrte der Kammerdiener.
„Die Sic gestern beraubten im Gedränge."