— Zu Dero Befehl.
„Sie haben Kinder?"
— Einen Sohn, der die Ehre hat, vor Ihnen zu stehen.
„Wie alt sind Sie?"
— Neunnndfünfzig.
„Und der junge Bursch da?"
— Zwanzig oder einundzwanzig.
„Der Kommandant wünscht beide zu sprechen. Er bestehltIhnen, sich mii Ihrem Sohne morgen Vormittags, Schlag nennUhr, im Kommandantcnhausc cinznfindcn."
— Ich werde gehorchen. Darf ich fragen, ans welcher Ursachemich der Herr Kommandant . . .
„Weiß ich nicht, hat auch Keiner darnach zu fragen. Alsogute Nacht; und Schlag nenn Uhr Morgens!"
Damit entfernte sich der Offizier und ging pfeifend und träl-lernd durch den Garten davon; Vater Wilmson ihn, mit entblöß-tem Haupte nach, daS Geleit zu geben. Der Offizier beachtetees nicht und schlug die Gartcnthnr zu.
„Juchhe!" riefKrabb entzückt, und schnalzte sich eins mit denFinger» beider Hände über dem Kopf: „Hab' ich'S nicht gesagt?Der König sah sich nicht vergebens um und gab dem Fürsten vonDessau Ordre. Frohe Botschaft! Große Ehre!"
„Woraus vermuthet Ihr das? Ich fürchte, es stehen böse Dingebevor!" sagte Frau von Moos und setzte sich zitternd ans das Bänk-chen nieder.
„Pah! böse Dinge! Der Offizier wäre da»» doch nicht so un-gemein höflich gewesen."
„Höflich?" rief Frau von Moos mit Unwillen: „Kann maneinen gröber» Tölpel malen? Ließ meinen Bruder mit entblößtemHaupt im grauen Haar vor sich stehen, und rückte nicht einmal denFilz vom Kopfe, nicht einmal in Gegenwart eines Frauenzimmers."