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Das verstand unser König besser. Er jagte die hundert Kammer-herren seines Vaters zum Henker und sparte sich den Bissen vomMunde ab, und futtert dafür jetzt eine Armee von fünfzigtausendMann, die prächtigste aus Gottes weitem Erdboden. — Und wienungeht'S, Frau von Moos, mit Dero Erlaubniß, wenn der Kriegausbricht, und die feindlichen Hecrschaarc» gegen Ihr kurioses Landziehen, mit Kavallerie, Infanterie, Artillerie, Freiparthie, mitSchiffbrücken, Kanonen, Haubitzen und Bombenkefscln? — Schicktman dann etwa dem Feind einen Weibel mit Mantel und Stabentgegen?"
„Guter Krabb, um Hans und Hof, Weib und Kind, Gut undEhre zu beschützen, ist bei uns Altes Soldat, was Gewehr tragenkann, und schlägt tapferer drein, als der Miethling, wie Ihr da§leicht begreifen mögct; komme» sünfzigtausend Feinde, rücken ihnenhunderttansend LandcSverthcidigcr entgegen. So macht man'Sdort."
„Nun denn, meinethalben. Nichts für ungut. Die Leute beiIhnen dort sind doch nur Halbwilde, merk' ich. Ich danke Gott,Laß er mich zum preußischen Untcrthan machte. Hier habe» wirdoch alle Sonntage Parade auf dem neuen Markt. Blitz und Wet-ter, hier ist Ordnung! Wir hier lachten uns die Seele aus demLeibe, wenn ein Mantel und ein Stab und ein Weibel käme."
Frau von Moos, ein wenig empfindlich, wollte eben entgegnen,und Herr Wilmson sein Wort dazwischen reden, um den kleinenStreit zu schlichten, als einer von den Dienstboten des Hauses dieGartenthür öffnete und einen Offizier eintrcten ließ.
Man stand bei dieser Erscheinung sogleich ehrerbietig auf; derInvalide mit seitwärts angezogenen Armen, steif, wie eine Draht-puppe. Vater Wilmson trat dem Ankömmling, der vornehm undnachlässig mit dem Kopfe nickte, höflich und mit entblößtem Haupteentgegen.
„Sind Sie der Kaufmann Wilmson?" fragte der Offizier.
Zsch. Nov. VI II. N