Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
Seite
301
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O still davon, schöner Herr! " rief Miß Hartley:Sir Smith,darf ich Sie biten, meine junge Freundin hier einen Augenblick indie freie Luft zu führen und ihr die Masten, die Segel, Tau- undTakelwerk zu erklären. Sie ist das erste Mal auf einem Schiffe.Ich folge Ihnen sogleich; doch muß ich zuvor unter vier Augen anSir Linthi ein Geschenk übergeben, welches mir Sir Down fürihn anvertraute.

Wie der Kapitän und das junge Frauenzimmer zur Kajüte hin-aus ginge», flüsterte Miß Anna lächelnd dem Schweizer ein paarWorte ins Ohr. Dieser erblaßte und rief:Wer? wo?" MißAnna Hartley zeigte mit der Hand auf eine Seiteuthür. Er öffnetesie mit zitternder Hand. Vor ihm stand der Page der Signora Rosadi Centi, im grüne» Sammetwämmsche», mit feuerfarbcnem Leib-gurt, ums schwarze Haar das strohgelbe Tuch geschlungen, darüberden leichten Strohhut, ganz derselbe, wie er ihn aus der Austriagesehen hatte. Aber der schone Knabe stand stumm da, die Händevor sich hingesaltet, das Köpfchen auf die Brust gesenkt, in demü-thiger Stellung.

Heiland! Gott im Himmel! Cecchino!" riefFvrtunatuS, bleichund erstarrt.

Da richtete Ceeco das Antlitz empor. Aber es war nicht mehrder Ereole, sonder» ein Liebesgott im Knabcngewande; das ganzeGesicht brennende Schamrotste; das schwarze, scclenvolle Auge vollerThränen, die perlend auf die Gluth der Wangen nicderthautcn.

Ich bin entflohen!" stammelte Ceeco leise:Die Güte IhresFreundes gab mit Muth.Ich begleite Miß Hartley nach London.Signora Vioganni liefet vielleicht in diesen Augenblicken meinenValctbricf und letzten Wille». Die Schenkungen, welche ich ihr inliegenden Gütern hintcrließ, werden sie leicht über meine Abreisetrösten. Können Sie mir, Signor Fortunato, den tollkühnenEntschluß verzeihen? Ach, die Verzweiflung überwog!"