Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
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dich, bald Beatrieen, bald euch beide beargwöhnt, daß ihr miraus euerm Neichthum eine» bedeutenden Theil, unter dem Titeleines LotteriegewinnsteS, in die Hand spieltet. Diese Großmuthist mir nicht nur an sich, sondern durch den Umstand etwas wahr-scheinlich, daß der KricgSzahlmeister nachher weder das Loos, nochdie Gewinnliste wieder zeigen wollte, noch sogar die Nummer nen-nen konnte. Seine Entschuldigung machte ihn verdächtig, daß erdiese vergessen, jenes abgeschickt, die Liste aber verloren habe. Seidem, wie ihm wolle, ich will lieber eurer Freundschaft, als demZufall Dank sagen.

Bringe, ich beschwöre dich, der Gräfin meinen Dank und meinLebewohl. Sage ihr, sie solle mich, als einen Verstorbenen,glücklich preisen. Ich denke schon jetzt mit jener Ruhe und Zärt-lichkeit an sie zurück, mit der meine abgeschiedene Seele einst ineiner bessern Welt an sie zurückdenken wird.

Ja, mein Georg, ich fühle Ruhe, ich fühle Zufriedenheit inmir und mit mir. Nur noch das Irdische blutet, wenn gewisseErinnerungen eine unheilbare Wunde aufreißen; mein Geist hatSeligkeit empfangen. Ich habe einen wilden, süßen Traum ge-träumt, dem ich mich schäme, noch nachscufzcn zn müssen.

Mache mir keine Vorwürfe, daß ich die verführerischen Pläneverschmähte, mit denen du meiner Einbildungskraft schmeicheltest,mehr, als du vermuthen konntest. Es gab noch manche Stunde,in der ich dich deines Gelübdes entbinden wollte. Auch aus die-sen Entwürfen sprach nur deine Liebe, und sie sprach zu einemSchwächling. ES kostete nicht geringe Gewalt, die Macht derGefühle zu bändigen, und meinem höher» Selbst den Sieg zu be-wahren. Aber er ist bewahrt! Ich darf mich ohne Erröthen selbstschauen, und meine Liebe ist heilig geblieben. Ich habe das Glück,das Einzige meines Lebens, verloren; aber Ehre und Gewissen findgerettet!