Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
Seite
272
Einzelbild herunterladen
 

Wiedersehen.

Erst als cr sich beinahe so frisch und kräftig dcu» jenials fühlte,erlaubte ihm seine allzuängsiliche Pstegerin einen Gang in die freieLust. Es war ein lieblicher JnliuSabcnd. Er wählte den Wegzur Panchetta. Ein erfrischender Seewind strömte ihn, entgegen.Das Gefühl wieder gewonnener Gesundheit gab ihm eine unaus-sprechliche Heiterkeit. Der Anblick des Meeres, im Hintergründevon der Küste CalabrienS »msänmt, erweiterte sein Herz. Rechtskrümmte sich, den prachtvollen Hafen zu bilde» und zu schirmen,ein weit in die Meerwogcn vorgcstreckter Landarm, der Arni desheiligen Rainere, der znm ewigen Schmuck und zum Schutz derStadt das Castell S. Salvatorc trägt; links hob sich, diesem ge-genüber, ans den Tagen Karls V., das Gemäuer der Hauptfestnng,im Fünfeck gebaut. Der leise schwankende Spiegel des Ozeans,die Neppigkeit der grünen Hügellandschaft rings umher, der reinednlikelblanc Himmel über dies Paradies gewölbt, die vom Blnmen-dnft gewürzte Luft, welche der Genesene mit jedem Athcmzng inlangen Zügen trank, Alles erfüllte ihn mit einer Bewunderung,als wäre er eben znm ersten Male in Gottes schöne Schöpfungeneingetreten.

Plötzlich aber fühlte er sich von Hinte» umschlungen von zweiArmen, die ihm mit den Händen beide Angen zudrncktcn. In solchenFällen soll man den Freund errathen, der nns angenehm über-raschen will. Allein der arme FortnnatnS schwieg und sann ver-gebens. Er hatte oder kannte in der Welt, am wenigsten in dersizilianischen Welt, keinen Vertranten dieser Art. Endlich betastetecr, um seinem Gedächtnis durchs Gefühl Beistand zu leisten, dieFinger, welche seine Augen verschlossen hielten, und bemerkte an