stand des LadcndienerS bei irgend einem stattliche» Krämer da-neben bcneidcnöwcrth heißen konnte. Das Schlimmste von Allemwar noch, daß Niemand den guten FortnnatnS persönlich kannte,der sich über die Glaubwürdigkeit dessen, was er von seiner Her-kunft, seiner Begangenschaft oder von seinen Schicksalen zuvor-kommend genug erzählte, durch nichts answeisen konnte, als durchdie Ehrlichkeit seines Gesichts. 2» Geld- und Amtsgeschästcn aberzieht man heutiges Tages gute, gültige Papiere dem ehrlichstenGesicht von der Welt vor. Und leider waren, beim Schiffbrnchder Anstria, auch Linthi's Papiere ein Raub der Wellen geworden.
Er bemerkte sehr bald, daß, eben dieses Umstandes willen,diejenigen seiner Landsleute, welche er angesprochen hatte, geringeEinläßlichkeit zeigten. Das schreckte ihn vom Versuch zurück, sichnoch den klebrigen zu empfehle» oder.aufzudringen. Und so stander, gleich in der ersten Woche, auf stzilianischem Boden einsam,ohne Bekannten, ohne Freund, ohne Zweck, ohne Geschäft, undim Umgang auf sich selbst beschränkt.
Eine solche vollständige Verlassenheit könnte Manche» zur Ver-zweiflung getrieben haben. Unser Schweizer hingegen ließ sichdiescs Ungemach keineswegs nahe gehen. Eine lange Reihe wider-wärtiger Ereignisse schien seine Gefühle abgestumpft zu haben. Erstellte sich vor die Landkarte von Europa, welche an der Zimmer-wand seines rechtskundige» Wirthes zur Schau hing. Alle Wegein die weite Welt standen ihm wieder offen; und gleichgültig konntees ihm sein, wohin er sich wandte, denn er hatte überall gleichwenig zu suchen und zu hoffen.
Zn seinen allerdings wichtigen Wahlverhandlungen ward er zu-letzt, nicht auf angenehme Weise, durch Sausen und Brausen undbetäubende Schmerzen des Kopses gestört, die nur Vortrab einesFiebers waren, welches ihn hcimsuchen wollte. Ohne Murren»ahm er seinen Platz im Krankenbette ein; er zweifelte nicht, es