Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
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Halm zu danken, aus welchem ich schlafen kennte. Was ich erwarb,danke ich eigener Anstrengung. Darum bin ich arm. All meinNeichthum liegt in meinem Gewissen. Der Eitelkeit der Mächtiger»,oder Begüterten den Hof machen, heißt, Bettelgcwerbe treiben.Und für eigenen Vorthcil Recht, Unrecht, Wahrheit, Lüge, wieein Kartenspiel mischen, heißt ans vornehme Art stehlen.. Ich binzu stolz, ein Bettler, und zu ehrlich, ein Dieb zu werden.

An Sic, meine Gräfin, entsag'ich mir, zu denken; und einenandern Wunsch hätte ich wohl noch, aber weil er mein Wunsch ist,bleibt er crsüllungSloS. Ich möchte meine Tage in einer Einödefristen können, wo mich Niemand nennt und kennt. Nur die reiner»Herzen, nur die weiser» Menschen find die Unglücklichsten hicnicdcn,und müssen es nothwcndig sein, weil fic in ihrem ganzen WesenWiderspruch mit dem übrigen Haufe» der Sterblichen sind.

Was soll ich unter allen diesen Verlarvtcn, die Besseres vonsich heucheln, als sie find; oder seiger Weise nicht wagen, so gutzu handeln, als sie denken? Was soll ich unter verschmitztenThicren in menschlicher Tracht, die an das Ewige glauben, undfür das Irdische aihmcn? Oder inner den Mauern der Kirchen,nicht im Geiste Christi, Gott ehre»? Die de» Schein mit demWesen, den Manu mit seinem Nock, den Namen mit der Sacheblind oder muthwMg verwechseln?

Gute Nacht, theure Gräfin, denn meine Nacht ist schon da,ehe der Leib im Grabe liegt. Ich wandte unter den Lebendigen,als ein Verstorbener.

Gute Nacht, o mein unvergeßlicher Cecchino! Warum warfdich ein schadenfrohes Schicksal an me!» Herz, um cS zu zer-schlagen? Oder warum mußt' ich dich wicderfinden unter Edel-steinen und Perlen; nicht als die Acrmsie der Bettlerinnen untereinem Schilfdach? Ich würde die Welt wieder geliebt haben,