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8 (1851)
Entstehung
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— Beatriee, Heilige, wenn ich nun i» Ihre» Auge» zum Sa-razenen würde?

„Versuchen Sie'S. Oder — — ich will nicht hoffen, SignorFortnnato, daß im Schwcizerlande »och Sarazenen wohnen/'

— Aber evangelische Christen.

„WaS wollen Sic damit sagen? Christen nach dem Evangelium?"

— Ja, aber ohne Papst, ohne Klöster, ohne Messe, ohne-

„O, ich verstehe. Sie meinen dergleichen lutherische Ketzer,und Heiden? Die Engländer sollen auch, sagt man, dem heiligenVater nicht gehorchen. Sie haben ihren eigenen Gottesdienst."

— Sic sind Christen, aber evangelische. Auch ich, thcure Gräsin,bin kein Katholik.

„Sie scherzen, edler Freund. Sie sind ein zn srommer, einzu vernünftiger Mann, um an jenes lutherische Heidcnthum glau-ben zu können. Warum sagen Sie mir nicht noch, Sie wärenein Jude? Und wozu überhaupt dieser geistlose Scherz. Sah ichSie nicht selber oft mit mir in der Mcßandacht?"

— Ohne Rücksicht auf die Kirchen, theure Gräsin, und ohneRücksicht auf deren Gebräuche, Feierlichkeiten und besondere Lehr-sätze, kann ich in allen christlichen Tempeln Gott anbcten, im GeistChristi. Auch ich bin Christ, wie Sie, aber kein römisch-katholischer.

„Sie erschrecken mich, Signor Fortnnato!" rief sie, ließ seinenArm fahren und trat einen Schritt von ihm zurück: „Sagen Sie,um Gottes und aller seiner Heiligen im Himmel willen: nein!Sagen Sie: nein!"

— Fordert mich Beatriee zu einer Lüge auf? Ich kann nichtgehorchen.

Zitternd ergriff sie seine Hand und mit flehentlich-schmeicheln-dem Tone sagte sie: „O Fortnnato, wenn ich je Ihrer Freund-schaft werth gewesen bin, dann, bei dieser Liebe, bei meinem undIhrem ewigen Heil beschwör' ich Sie, vergessen Sie die heidnischen