Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
Seite
253
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„Löse Dir mich ouS rc» Acngstcn,

Dein bin ich, und bin doch sein!

„Mög cS Deine Macht entwirren,

Denn ich kann nicht widerstreben.

Er mein Leben, Du mein Leben,

Wessen beider ist die Braut?"

Wunderglanz eutstrablt dem Kreuze.

Sterbend sinkt die Jungfrau nieder:

Schließt die blassen Augcnlicdcr,

Selig lächelnd, ohne Laut.

„Mit dir!" rief der schöne Heide,

„Laß mich in die Nacht versinken,

Wo mir Tod und Liebe winken!"

Und er fiel ins treue Schwert.

Die ersten süßen Töne ans Beatricens Kehle durchdrangen denjungen Schweizer mit einem Schauer. Es war derselbe Tun, eswar dasselbe Lied von wollüstiger Schwermuth, welches zuweilenans der Kajüte der Austria emvorgeklungen war, und ihn und dieSchiffsmannschaft entzückt hatte. Damals galt der scclcnrcicheLaut für die Stimme der Signora Nosa di Centi. Nun enttäuscht,hing er, ganz Auge, ganz Ohr, mlt seliger Trauer an der Sän-gerin, die in diesen Klagen nur Leiden ihrer eigenen Seele aus-hauchen zu wollen schien. Aber eben der Inhalt dieses Liedesoffenbarte ihm zugleich, welchen Reichthum er gefunden, um ihnohne Rettung einznbüßcn, und fortan ein ärmeres Leben, als jevorher, zu leben. Er dachte nun erst an den feindseligen Unter-schied der Kirchen, welcher ihn und die sizilianische Gräfin trennte.Sic gehörte dem katholischen Glauben, er dem evangelischen an.Er war nun der Sarazene und Ungläubige ihres LiedeS; sie diein Liebes- und Glaubenstrcue sterbende Ekristin. Und durch seine