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lauchten Marchesa und der jungen Gräfin abholen werde. Stoffgenug zu neuen Träumereien.
Einstweilen mußte das Briefchen das Beste dazu thun. Es ent-hielt »ur die wenigen Worte von BcatriecuS eigener schönen Hand:„Ich sehe Sie am Abend. Entferne» Sie sich nicht non IhrerWohnung. Ich habe die Einlage beschworen, Sie jede Minutean mich zu mahnen." Als aber die Einlage aus einem purpur-farbeuen Sassianfutter zum Vorschein kam, bestand sie im niedlich-sten und treuesten Feinbildchcn auf Elfenbein, Bcatriecn darstel-lend. Anfangs überraschte ihn die Achnlichleit. Würde er vomDasein der Gräfin nichts gewußt haben, hätte er das Gemäldefür die Schöpfung eines Künstlers gehalten , welcher durch die Zau-berei des Pinsels das Urbild einer göttlichen Hebe verwirklichenwollte. Aber schon nach wenigen Augenblicken fand der Bewun-derer die Sache anders. „Wo ist die Seele geblieben?" fragteer bei sich: „Wo das Spiel und die Sprache aller Empfindungenin den zarten Miene»? Wo der durchdringende, zündende Blihdieser schmeichelnden Augen?"
In kunstrichtcrlichcr Beschauung des Gemäldes und l», stillenBerathen, ob man nicht das Schöne dieser und jener Gestalt viel-leicht weniger mit den Augen, als mit der in uns gewahrendenSeele erblickt, war die Umfassung des Bildes von ihm ganz un-bemerkt geblieben. Es schlang sich um das Kunstwerk des Pin-sels das prächtigere Kunstwerk eines Juwclircrs, aus großen, viel-artig schimmernden Diamanten zusammen geordnet.
„Zukostbar, nicht für sie, aber für mich!" war sein ersterGedanke. Und nun erst ward ihm, als dränge und dehne sich einegewaltige Kluft, mit ihrem »»erforschbaren Abgrund, weiter alsdas hohe Scillaschloß von seiner Fischerbehausung, zwischen derGräfin von Piviafranea und ihm aus. Da hinunter sanken alleseine Freudenhimmel, seine Hoffnungsblüthen; und das leere todte