schönsten Strahlen legte! Der Himmel schien sich zn neigen undden Jüngling bei jedem Lüftchen mit weichen Armen zn umfahen.Der Erdboden erwiedcrte elastisch den Druck seiner Fersen, undmachte das Gehen zum tanzartigen Schweben. Ein Regen vonWohlgerücheu floß unsichtbar ans allen Zweigen, und die Wellenam Strande rauschten Musil.
Eeeeo war vergessen; BeatrieenS Herrlichkeit verdunkelte denganzen Hintergrund seiner vergangenen Tage, und zog einen blen-denden Strahlenschleier über die Zahl der künftigen. In diesenAugenblicken wünschte er nichts, fürchtete er nichts; er ging nichtmit sich zu Rath; er berechnete nichts. Er liebte, im harmlosenBewußtsein der Gegenliebe. Nun erst verstand er den Sinn seineseigenen Lebens ans den letzten Monaten; de» unüberwindlichen Zugseiner Seele zu dem Crcolcn; den Wahnsinn beim Abschied zuMonteleonc. Nun erst fand er so vieler Räthsel Schlüssel; des-Pagen Verwirrung und Davonspringen auf der Höhe von Siderno,da er ihn unter der Palme zum erste» Mal in seine Arme ge-schlossen; die Eifersucht des wunderbaren Kindes in Geracc; dessenDrohung, sich von ihm trennen zu müssen, wenn er das letzte Gc-heimniß erführe; alles ward ihm licht. Er schauderte zuweilenin sich selber bei der Erinnerung, mit einem Wesen wie Beatrice,und zwar wie er sic im Schlosse von Scilla gesehen, in naherVertrautheit viele Wochen beisammen gelebt zn haben Er wußteihrer Klugheit oder den Besorgnissen der wachsamen Signora diEenti Dank, daß sie, entstellt und verkleidet, die eigene Schön-heit vernichtet hatte.
Bermuthlich aber würde FortunatuS zuletzt doch mit seiner gegen-,wichtigen Seligkeit den langen Tag über in Verlegenheit gcrathcnsein, wenn nicht gegen Mittag schon ein Bedienter vom Schlosseerschienen wäre, ihm ein versiegeltes, schweres Brieschen überreichtund die Anzeige gemacht hätte, daß man ihn gegen Abend zur er-