Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
Seite
247
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Nichts blieb schwebend über der Tiei'e für ihn zurück. Der frischeWind, mit dem er bisher im Meere der Träume gesegelt hatte,erstarb. Er mahnte ihn an das Zusammenfallen der Segel undWimpel der Austria, in jener Stille des Ozeans, die dem zer-trümmernde» Südsturm voranging. Das Unheil zu vergrößern,fiel ihm das Wort „Zuckerbäcker" ein, welches gestern im Mundeder Marchcsa Vioganni, wie ein ungenießbarer Stein, hcrum-geworfcn war, den man sich nicht zn verschlucken getraut. Dastödtete seinen Muth. Nun ward er in der That nüchtern.

Zn verständig, das Lächerliche seiner Leidenschaft nicht zu er-kennen, beklagte er nur, ohne seine Schuld ihr Raub gewordenzu sein. Was sollte Liebe zwischen einer sizilianischcn Gräfin undeinem armen, abenteuernden Schweizer, der eine Söldneruniformin englischem Dienst, als höchstes Ziel, hatte? Es klang wieromanhafte Grille, »nd noch dazu, wie Einfall eines schlechtenRomans. Sollt' es aber Ernst gelten, so mußte dieser Ernst ihnam Ende zur Tollheit, und die liebenswürdige Nichte der Mar-chesa in verzweiflungsvolles Elendssühren. Das konnte er für die-jenige unmöglich wollen, für die er eines tausendfachen Todes zusterben fähig war. Und er war Mann; und sein tausendfacherTod die ewige Trennung von ihr, das Leben ohne sie.

Indessen stand es um seine Mannhaftigkeit doch sehr zweifel-haft, als Nachmittags der nämliche Diener, welcher am Morgendas Bild gebracht hatte, ihn abzuholen kam, und nun alle Finstcr-niß und Trübe seines Gemüths plötzlich wie ein Nebel verschwand,welchen die Morgcnsonnc von einer Frühlingslandschaft wegtrinkt.Erfolgte dem galonnirten Merkur, der ihn, statt in der Richtungzum Scillafelsen, durchs Städtchen leitete, und endlich in einenetwas verwilderten Garten treten ließ. Zm Hintergründe zeigtesich ein, wenn auch kleines, doch gefälliges Landhaus, halb zwischenOrangen und wuchernden Lorbeerbüschen versteckt. Vom Diener