Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
Seite
136
Einzelbild herunterladen
 

136

und einer glücklichen Selbstüberwindung, als ans jenem änder-lichcn Flattcrstnn des Knabenalters hervorgegangcn z» sein, woraufsein Freund gerechnet haben mochte. Diesem wich er überall ans,so viel eS irgend der Anstand erlaubte; und nur zuweilen, wenner sich unbemerkt glaubte, heftete er aus denselben lange, düstereBlicke. Wie viel der junge Mensch litt, verricth sich in den ver-weinten Augen, mit denen er zuweilen in der Gesellschaft erschien.

Der alte Friede war gebrochen. FortunatuS duldete dabei nichtviel minder, als das wunderliche Kind. Er hing au diesem miteiner größer» Zuneigung, als er vorher gewußt. Er konnte denVerlust von dessen Freundschaft nicht ertragen. Vergebens warder über die Thräne unwillig, die ihm, wenn er allein war, insAuge stieg, sobald er des abtrünnigen Lieblings gedachte. Er konnte,wenn Cecco ganze Tage außer dem Hanse in anderer Gesellschaftzubrachte, was von nun an nicht selten geschah, seine ungeduldigeLangeweile kaum verbergen, seiner Sehnsucht nach dem Knabennicht Meister werden. Ja, diese ging in eine Art Eifersucht über,als er dem halbvergefseueu Sir Georg Down mehrmals in Cccco'SBegleitung begegnete. Er hatte den Muth nicht, beide anznreden.Es trat eine Bitterkeit in sein Gemüth, wie Mcnschcnhaß, da ersich von denen zurückgedrängt fühlte, welchen er das Leben ge-rettet, und die er geliebt hatte, wie undankbar sie auch gewesensein mochten.

In diesen martervoklcn Verhältnissen verstrichen drei Wochen.Er sehnte sich weit hinweg von Geraee, durstig nach einer großenZerstreuung, die ihm allein die ehemalige Stille des GcmüthSzurückgcben konnte. Aber au-S dem Hauptquartier erschien wederBefehl zum Aufbruch, noch zur Freilassung der Schiffbrüchigen.ES half ihm nichts, den neuen Befehlshaber des Platzes — den»auch der menschenfreundliche Lueerne war nicht mehr hier — einenTag um den andern in seinen Besuchen zu bestürmen. Kapitän