Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
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124
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Du spielst ein gewagtes Spiel, in das dich Langeweile und Schön-heit lockten."

— Sie erweisen mir doch nicht die Ehre, ein wenig eifersüchtigzu werden?

Fortunato warf einen Seitenblick auf Cccev, der ihn schelmischbei einer Frage anlächelte, die mit seinem Alter von fünfzehn odersechszehn Jahre» noch keine Verbindung haben zu können schien.Indessen erinnerte er sich, daß die sizilianischc Sonne eine andere,als hinicr den kühlen Alpen sei, und daß sich hier junge Mäd-chen und Knabe» schon mit Blumen werfen, wenn dort noch mitSchnceballen.

„Eifersüchtig?" sagte der Schweizer lächelnd: „Nein, wahr-haft gar nicht."

— Sie sind Ihrer Eroberung allzugewiß.

„Davon ist keine Rede. Ich möchte nur einen gewissen, hüb-sche» Pagen, den die Weiber schon früh verhätschelten, ei» wenigwarnen, sein Herz zu hüten."

— Ihre Güte, Signor Fortunate, verpflichtet mich sehr, selbstwenn sie auch an mir irre geht. Also Sic warnen mich vergebens.Und wie? erlauben Sie, Ihnen die Warnung für sich znrückzn-geben. Lieben Sic Eusemicn wirklich?

„Warum fragst du mich das? Was bewegt dich dazu?"

— Weichen Sie mir nicht damit aus, Signor Fortunats

„Antworte mir zu zuvor, liebes, Kind, und offen."

— Offen? — fragte Cccco zurück, indem er stehen blieb undin sonderbarer Verwirrung, das Gesicht bald abwandte, bald einenBlick voll verborgener Glnth auf Fortunato lenkte, als möcht' erdessen tiefstes Innere ergründen. Dann verbarg er das Gesichtin beiden Händen und sagte: O Fortunate, stürzen Sic mich vonder ersten Felswand in einen Abgrund, ich werde zerschmettertweniger leiden, als wenn Sie die Tochter Marcoli's — —