Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
Seite
125
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„Höre mich an, Cecchino! " unterbrach ihnFortunato bestürzt, alser den jungen Mensche» in fieberhafter Wildheit vor sich erblickte,— Nein, nein! lassen Sie mich auSrcden, Ich will, ich mustein Geständniß vollende». Lange schon Hab' ich diesen Augenblick

gesucht. Wenn Sie Ensemien lieben-. Hier verstummte Cecco

plötzlich. Ein Schauder schien ihn zittern zu machen.„Vollende!" ries Fortnnato ungeduldig,

— Wissen Sie noch nicht Alles? sagte jener und ließ seinHaupt auf die Brust sinken,

„Und was denn?"

— So werd' ich verloren sei»! — seufzte Cecchino leise vorsich hin.

„Nicht doch, liebe Seele!" sagte Fortunat, indem er die Handseines jungen Freundes ergriff: „EufcmicnS Liebenswürdigkeit hatmeine» Pulsschlag noch keinen Augenblick geändert. ES wäre inmeinem Verhältnis; einem Verbrechen gleich, eine Leidenschaft,eine Hoffnung im Herzen der harmlosen Jungfrau zu entzünden,selbst wenn ich mich gegen sic nicht gleichgültig fühlen würde. Eswäre Verbrechen, Marcoli'S Gastfreundschaft gewissenlos zu be-nutzen, um seinem Hause den Frieden zu stehlen; es wäre-"

— Sie sind also vermählt? — fragte Cecco und schlug vollErnstes die Augen zu ihm auf,

„Keineswegs, Wer spricht denn davon?"

— Einer Andern verlobt?

„Noch minder. Ich trage mein Herz frank und frei in derWelt herum, wo es noch Niemand verlangte, und ich'S Nieman-dem anbicten konnte. Bei geringem Vermögen, überall Fremd-ling, von jeher ans Reisen, im eigenen Vaterlande entbehrlich,ohne Vater und Mutter wie Melchiscdek, nur kein König undPriester wie er, steh' ich in Gcrace, wie in London und Peking,oder i» der Wüste Sarah, allein,"