Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
Seite
118
Einzelbild herunterladen
 

— N3 —

»>Il der sie heimlich flüsterte, ab. Sc bliebe» die Männer sich überlassen, deren Gespräch sich »in die Politik des Tages drehte. Die bei-den Priester, non der Glut des edel» Weins entzündet, weissagten dasZorngericht des Himmels, de» Untergang des Königreichs, weil Jo-seph Napoleon Kirchen i» Spitäler, Kapellen in Pferdeställc verwan-delt und mit einem Fcdcrzng dreihundert Klöster ansgchobcn habe.

Bescheiden erinnerte Fortunatus: ob nicht der Zorn des Him-mels , wenn derselbe das ganze neapolitanische Reich mit gcsamm-tcn Kirchen, Priestern nnd Frommen ins Meer würfe, der Reli-gion mehr schaden würde, als König Josephs Dekret, das sich nurmit dreihundert Klöstern begnügt habe?

„Keineswegs," rief einer der Hochwnrdigcn: „denn besser,Mann und Maus verderben, als Christen, statt im blinden Heiden-thum zu leben!" «

„Böse Zeit! böse Zeit!" seufzte Signor Marcoli: „aber meineFra» hatte vorige Nacht einen merkwürdigen Traum. Der alte Hof,ich sag's euch, kommt gewiß von Palermo wieder zurück in vorigerHerrlichkeit. Denn meine Frau sah den alte» Ferdinand, mit derköniglichen Krone auf den, Kopf, im Golf von Neapel fische», nnddie Königin Karolinc ihm selber die Netze halten."

„ Schaum und Traum! " rief der Musikus heiser dazwischen nndsetzte die Fingerspitzen bedeutsam ans seine Stirn: „das weiß ichbesser. Aber wartet; die Vesper wird euch ein anderer Fischer lau-ten. Was König Joseph? Was König Ferdinand? Hinaus miteuch, packt euch, Signori! wie die Gerichtsdiener in der ReggiaUdicnza rufen: packt cnch! die Sache ist zum Spruch reif: dasganze Volk hat sich ins Sagro Consiglio di S. Chiara") verwan-delt, und richtet. Ich sage: richtet! wohlverstanden!"

Der höchste Gerichtshof in Rechts - und Gnadcnsachcn unter deralten Negierung zu Neapel.