nur mit Fensterladen versehen, und den Mangel aller Reinlichkeitund Ordnung, sehr getäuscht. Mehrere Gebäude, sogar Kirchen,lagen öde und zerfallen seit dem Erdbeben von l783. Selbst eintvelland herrschaftliches Schloß zeigte von jener Zelt her nnr nochseine Ruinen.
Desto erfreulicher war der Empfang der Schiffbrüchigen vonSeiten der gastfreien Bürger. Mau stritt sich um sie. Jeder ver-langte einen der Verunglückten l» sein Hans. „Sie Hab' ich einembraven Mann versprochen, der mir lieb ist!" sagte HauptmannLucerne zu Herrn Llnihl, und führte ihn und den Crcolc» zu einemneugcbauten Hause außer der Stadt.
Der Hausherr, Signor Marcoli, ein kleiner, runder, mun-terer Mann, in schwarzer, seidener Jacke, spielte, nebst seinerGemahlin und zwei geistlichen Herren, eben sehr andächtig, beiLampenlicht, Karten. Am Kamin - oder Herdseucr saß ein junges,fast reich gekleidetes Frauenzimmer, etwa zwanzigjährig. Theilsihre Beschäftigung am Herde, theils das rothseidene Wamms ohneAcrmcl, mit vielen kleinen Silberknöpfcn verziert, welches einenschlanken Leib umspannte, ließ ln ihr die Tochter des Hauses vcr-muthen. Hinter ihrem Sitz, am Boden, lag oder saß eine dunkleMannsgestalt in blauer Jacke und Mütze, mit der Guitarre aufdem Schoos.
Die Erscheinung des HanptmaunS und der Schiffbrüchigen störtedie bisherige Unterhaltung.' Man umringte die Ankommenden. Nurder Guitarrcspiclcr blieb zurück an seinem Platz, und das Fräuleinschüchtern in einiger Ferne. Der gefällige Hauptmann ärntete Dank-sagungen für die überbrachten Gäste; aber entfernte sich, gerufenvon seinen Geschäften, bald.
„Euscmia!" rief Signor Marcoli: „Wein, Erfrischunge», Oran-gen, Backwerk! Die Cavaliers werden die Schöpfungen deinerKunst nicht verschmähen."