Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
Seite
113
Einzelbild herunterladen
 

1!3

„Eecchino, wer bist du? Deine Erziehung war eine andere,als die eines Jokei. Wer sind die Deinigcn?"

— Fragen Sie nicht, Signor Fortunats. Ich habe keine Mei-nigcn. Ich bin, wundern Sie sich nicht, so unglücklich, daß derSchiffbruch selber für mich nicht einmal Unglück ist. Oder — hierseufzte Eecchiuo leise mit niedergeschlagenen Augen — er könnt'eS noch werden!

„Noch werden? Wie so?"

— Ich bin ein armes Kind, das von seiner unmenschlichenMutter ans öde Eiland des Lebens auSgcsetzt ist. Ich habe eigent-lich noch nichts gehabt: drum nichts verloren; vielleicht erst dasBessere gesunden. Aber — wenn Sie, ja, wenn Sie mich ver-lassen, — wen» Sic den armen Cccchiuo nicht mehr lieb habenkönnten! — —

„Dich verlassen? Ich? Wer spricht davon? Bist du ein Fünd-ling am öden Eiland, ich hebe dich auf. Ich habe dich durch dieFluthen des Meeres getragen; ich werde dich durch das öde Landdes Lebens tragen und dich empor halten."

Er schloß mit diese» Worten den Knaben gerührt in seine Arme,und drückte ihm eine» Kuß auf seine Lippe», den Ccechino zitternderwicdertc. Aber eben so rasch wandte stch dieser loS aus der Um-armung, und ging schweigend hinweg, den Berg hinab, ohne sich»ach FortunatuS umzusehcn. Dann, in einiger Entfernung, ebenals der erstaunte Schweizer ihm nachzueilen anstng, blieb der Knabestehen und kam ihm mit sichtbarer Verwirrung entgegen, die Augenunter Thränen zurück.

„Verzeihen Sie, Signor," sagte er, den Blick zur Erde ge-senkt: „Ich bin ein Strudclkopf; mein Betragen ist kindisch, viel-leicht beleidigend. Aber würden Sic mich im Innern erkennen, Sicwürden mich vielleicht Ihrer Achtung nicht ganz unwürdig halten."

— Sei dem, wie ihm wolle, lieber Cecco, dies VerhältnißSkch. Nov. vill. 4"