Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
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unnennbarer Wehmuth und Zärtlichkeit de» leisen Seufzer: „o For-tunata !" hauchte.

„Ich hoffe," sagte der Schweizer, „dein herrlicher Verstandwird das Alles in der Ordnung finden. Siehst du, wer zum Ewigenlebt, soll sich ins Vergängliche nicht cinhausen. Drum stoßen »nsWelt und Natur, wie reizend sie auch sind, immerdar zurück,weil unsere Seelen mit ihnen nichts gemein haben; drängen unszu uns selbst und zum Unwandelbaren hin, wo allein Ruhe, Voll-endung und Seligkeit bestehen. Za, liebes Herz, die Dornen derNatur und des Schicksals weisen unsere Hand zurück und hinaufzur Herrlichkeit der einigen Rose, die dort für uns blüht."

— Nun ja, schön gesagt, aber auch schön gedacht; aber gewißdoch ohne Liebe. Warum denn diese Feindseligkeit der Dinge insich selber? Warum muß ich in dieser Welt zerfleischt sein, um ineiner andern froh zu werden? Warum soll ich denjenigen zu-vor martern, welchem ich eine Freude bestimmt habe? In solchemSinn wohnt ja keine Liebe; und wenn das Liebe wäre, hätte sieja keinen Sinn. Alle meine Freuden wiegt die Bewußtlosigkeitdieses Felsens auf; jene waren nur Windstillen zwischen Stürme» !

„Du betrübst mich wieder mit der Rückkehr deiner schwermüthi-gen Laune."

— Nein, betrüben will ich Sie nicht! — sagte Cecchino, in-dem er mit beiden Arme» den Arm seines Freundes an sich drückte,und dabei liebkosend mit einem ihn, eigenen, verführerischen, kind-lichen Lächeln ihn ansah.

„Beruhige dich. Das Entsetzliche des Schiffbruchs hat dich über-reizt. Ich bewundere dich, wie du das Ungeheure überstandest."

— Ich weiß nun, was ich vermag. Ach, der Mensch ist ansein klägliches Dasein mit einem Paar unzerreißbare» Hoffnungenfester, als der Skiav mit Eisen an das Galecrenruder geschmiedet.Und drnm rudere ich noch!