Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
Seite
111
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III

Reihe» von Zitrone»- und Pomcranzenbänmcn, zwischen halbver-wildcrtc» Fruchtfcldern. Granatcnbüschc und Myrthengesträucheschniiegtcn sich freundlich an nacktes Gesiein der FclSblöcke, derenHaupt Aloe und indische Feigen bekränzten.

Weder der Neichthnm noch die Wohlgcrüche fremder Blüthen,die ihn »mflosscn, erfreuten den Schweizer aber so sehr, als derunerwartete Anblick eines Kartoffelfeldes. Das edle Gewächs,unter nordischem Himmel die Aegide gegen HnngcrSnoth, lächelteden Sohn der Alpen, wie ein Verwandter ans der Heimath, an.

Während er, im Betrachten verloren, an die Palme gelehnt,dastand, betrachtete ihn der junge Sizilianer mit tränmerischeinWohlgefallen stumm und stillsclig. Er schlug aber, als der Blickseines Freundes über ihn hinstrciftc, wie beschämt die Augen nie-der und sagte, als wen» er seine Ucbcrraschnng bemänteln wollte:„Gewiß, der grobe Strohhnt und das ealabnsche WammS stehenIhnen zwar drollig genug, aber doch gar nicht übel."

„Närrchen," versetzte jener, der den Einfall nicht sogleich mitseinen bisherigen Gedanken verspinnen konnte: „also von allenPrachtstücken dieses Paradieses beschäftigt dich meine schwarze Jackezumeist?"

„Warum nicht, Signor Fortunatv? Sic gehört zum Paradiese,wie die beiden Priester und Bauern, welche dort nuten am Feld-wege beisammen sitzen und Karten spielen, oder wie jene armenSchiffbrüchigen dort zwischen den Trümmern der Austria. Ach,man sage doch nur nicht, der Mensch sei allein Wunderwerk undSchande der Schöpfung. Ist die Natur nicht eben so grausam,so entsetzlich, als schon?"

Herr Linthi, durch diese sonderbare Gedankcnwendung betroffen,streichelte lächelnd mit der Hand das zarte Gesicht des Knaben,der diese Hand mit wunderbarer Innigkeit fest hielt, an seineLippen, dann an seine Brust drückte, und mit einem Blick voll