Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
Seite
110
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geglaubt und als ihre äußere Unrcinlichkcit hoffen ließ; unter de»Weiber» und Mädchen diele schlanke Gestalte», die sein goldigeskrauses Haar lachend bewunderten. Desto weniger bewnndcrle erdie ealabrische Frauentracht, die keineswegs zur Erhöhung ihrerReize erfunden war: kurze, faltenreiche Röcke; blaue Wämnisermit dielen Mctallknöpfen und aufgcschlitztcn Aermeln, durch dieein grobes Hemd blickte; don der großen schwarzen Haube bis überdie Nase ein Stück roher Leinwand hängend, mit zwei Löchern,zu Gunsten der Augen.

Auch das Städtchen Sidcrno, aus dem benachbarten Bergedroben gelegen, wurde besucht. Ein trauriges Nest. Schlechte,niedere Häuser oder Steinhüttcn; schmale Löcher, statt der Fenster;die Küche zugleich Schlafstättc, oft auch Stallung; das Gemeinde-haus unansehnlich wie jedes andere; selbst das Kloster nur einelange Steinhüttc, ohne Fenster; ans der Gaffe mehr Mönche undPriester, als Laiendolk, sichtbar.

1t.

Die Verbrüderung.

Wie sie aus dem Städtlein den Rückzug antraten, blieb For-tunatus im Schatten einer Palme, am Rande eines Absatzes stehen,welchen die Berghöhe don Siderno bildet, und von wo der Wegschroffer zu den Niederungen der Küstenfläche hinab geht.

Das Bild der Landschaft hielt ihn sestgczaubert. Hinter ihmdie blauen Adenninen; Höhe» über Hohen. Vor ihm Meer undHimmel, wetteifernd in endloser Ausdehnung; ein einziges Segelleuchtete am Horizont; am Himmel ein einziges Wölkchen Linksund rechts, längs dem wcitgekrümmtcn Gestade, zurücktretendcBuchten, umbüschte Vorberge, schwarze Felsenriffe, wie altcrthüm-liche Schloßtrümmer. In der Nähe kleine Olivenwäldchen, oder