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Arbeit oder Todesangst erschöpft, beteten nnr. Befehle wurden nichtinehr weder angehört, noch ertheilt. Selbst Lorenzo Bostch stand,vom Schrecken betäubt, wie von Gott und Welt verlasse». Erstals ihn mehrere Reisende mit Fäusten packten und zur gefahrvollenStelle schleppten, wurden Anstalten zur Abhilfe getroffen und dieSeile abgeschnitten. Der Mastbaum stürzte ins Wasser, aber zer-schellte im Fallen das Steuerruder. Nu» erst ward die Austria demwilden Spiel der Wogen und Winde vollkommen überliefert.
„Signor Lorenzo!" rief Fortunatus: „das heißt mir allzuge-wissenhaft Wort gehalten. Sic lassen uns ohne Barmherzigkeitmit Sack und Pack im Gasthause Neptuns zu Nacht speisen, oderverspeist werden."
„ Hol's ^>er Teufel und helfe uns die liebe, heilige Jungfrau!"schrie der würdige Kapitän: „Wir sind nicht weit von der Küste,und der Wind treibt gerade dem festen Lande zu. Sieht uns Gottmit allen Heiligen nicht in Gnaden an, sind wir in wenigen Stun-den Kinder des Todes."
In der That zeigte sich von fern ein langer, dunkler Streifenzwischen Meer und Himmel. Er schwamm düster über dem Wasserund schwoll merklich mit jeder Viertelstunde an.
Wie das Land deutlicher wurde, taumelte der Kapitän in dieKajüte hinab. Nach geraumer Zeit kehrte er mit Buch und Kartewieder; las bald, bald warf er die Augen nach allen Richtungenumher, und sagte endlich mit bebender Stimme: „Meine Herren,wir sind verloren. Bald werden wir die Klippen sehen, wo binnendrei Jahren schon vier Schiffe scheiterten und bei zweihundert Men-schen umkamcn." Dies gesagt, zog er seinen braunen Uebcrrockauü und schleuderte ihn über Bord ins Meer.
„Angenehme Nachrichten für uns!" sagte der Schweizer, undsah dabei den Engländer an, der sich ebenfalls, nach dem Beispieldes Kapitäns, entkleidete. Allgemeines, klägliches Geschrei stieg