Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
Seite
82
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Der Schweizer hatte kan», an einer freien Stelle eine» Platzgewählt und seine Mahlzeit angeordnet, siche, da trat auch SirDow» herein. Er mnsicrte anfangs siillftchcnd die Anwesenden,heftete dann seinen Blick ans FortunatnS, und setzte sich mit derverbindlichen Erklärung zu ihm, daß er dem gütigen Zufall danke,der ihn zu seinem bisherigen Tischgenossen zu Tisch führe. Esgab anfangs ein paar unwillkürliche Pausen im Gespräch dieserReisegefährten, die aber jedesmal durch das Geschäft des Essenssehr gerechtfertigt ausgefüllt wurden. Je tiefer nach und nach inden Flaschen die Ebbe des Weins ward, je höher stieg die Flnthihrer gegenseitigen Mitthcilungen und witzigen Einfälle. DerBrite, sonst am KapitLnStische der Anstria mit einem Glase ge-wässerten Weins zufrieden, trank jetzt den rcscnsarbcncn Ouarcllopieosnlv in ungeschwächter Kraft, daß seine Laune zuletzt selbstdie roscnfarbenste wurde. Linthi halte ihn nie so liebenswürdiggesehen. Sir Down war das volle Gegenthcil des gestrigen Abends.

Um so weniger lehnte Fortunatus die Einladung ab, in Gesell-schaft mit ihm die Gegend des alterthümlichen Corcyra zu beschauen,dessen Bewohner einst mit mehr denn hundert Triercn das jonischeGewässer beherrschten und den Stolz Korinths demüthigten; gegen-wärtig aber den scheuen Blick ihrer Ehrfurcht ans den Stock mosko-witischcr Korporale senkten. Im Vvrübergchen betrachteten sic denReichthum der Kirche St. Maria, wo die andachtlos »mhcrknieu-dcn Beter, in zerrissenen Kleidern, einer Haupt-Versammlung allerjonischen Bettler glichen. Der Glanz des Tempels, im Abstich mitdiesen Bildern der Noth und Blöße, versinnlichte wenigstens, wieder geistliche Arm von jeher besser die Sache der Kirche, als derweltliche die Sache des Volks zu pflegen verstanden habe.

Beide Lustwanderer freuten sich wieder, jenseits der Wälle undZugbrücken, ins Freie zu gelangen, wo einzelne Getreide- undFlachsfelder, Nebenhügcl und Kalkstcinbcrge, mit dazwischen ge-