Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
Seite
81
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JschariothS Haus.

Weil der Kapitän hier einige Ballen Leder auszuschiffen hatte,und erst gegen Abend wieder Anker lichten wollte, ließen sich diemeisten der Austriafahrer ans Land bringen, um ihre» Fußen den Ge-nuß des festen Bodens zu geben. Auch FortunatuS Linthi setzte über.

Er hatte sich schon geraume Zeit dort an dem Gewühl zerlumpterCorfuuesen, russischer Uniformen und griechischerMorgenlandstrachtenauf dem Hafenplatz ergötzt, ohne zu bemerken, daß ihn ein kleiner,halbnackter Bettelbube mit hungrigen Blicken ausah, und zuweilendie Hand gegen ihn streckte. Er warf ihm einige Paolo hin; derKnabe warf ihm dagegen einen kleinen Zettel vor die Füße, undlief laut lachend davon. Der Schweizer hob das Blättchen vonder Erde. Darauf stände» die Worte:Der Engländer sucht Sie!Meiden Sie ihn!"

Nicht die wiederholte Warnung, sondern, wie am Abend vorher,die romanhafte Heimlichkeit des Warners befremdete ihn, von dersich kein Grund erkennen ließ. Auch schien diesmal eine andere Handgeschrieben zu haben Ohne Zweifel kamen ihm die Winke aus seinerSchiffSgcsellschaft, und nach Ueberlegung fand er sich sehr geschmeichelt,wenn er der Signora von Messina so viel Theilnahme für sich zuschrieb.

Indessen ging er, die Stadt zu besehen, durch die unreinlichenGassen, längs unansehnlichen Häusern, auf den hölzernen Fußbahnenhin. Endlich dessen und des Geschrei's der Eseltreiber müde, welcheauf dem Rücken ihrer Lastlhiere Wasser führten, und ein Glas vollum zwei Paoli feil boten, trat er in ein Gasthaus. Cs mochteMittag sein. Mehrere Tische waren schon von Corsioteu und Frem-den und russichen Offizieren hiesiger Besatzung in Beschlag genom-men, die sich, bei vollen Schüsseln und Gläsern, in allen Mund-arten Italiens, Macedoniens und ScythienS lärmend unterhielten.

Zsch. Nov. VIII. 3*