Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
Seite
79
Einzelbild herunterladen
 

7g

Die Worte, und besonders der Name des Generals For, fielendein jungen Schweizer etwas schwer anfs Herz. Er ward nach-denkend und still, indem er erwog, daß ein Mann, der mit demDegen in englischem Kriegsdienst sein Gluck suchen wollte, nichtmit einem Sonderling anbinden muffe, der ihm leicht die HauS-thür des Generals verriegeln könnte, Fortnnatus Linthi war einervon den jungen Leuten, die, bei allen Geschicklichkeiten und Kennt-nissen, in ihren allzubevölkerten Alpenthälern kein Plätzchen mehrfür sich finden, und daher wohlgemuth Brod und Weltkenntniß inder Ferne zu erwerben gehen, Lorenzo Bofich wußte dies sehrwohl, denn der offene Schweizer hatte ihm nicht verhehlt, wie erEngland, Frankreich und Italien als löblicher Musterreiter manchesJahr durchkreuzt, zuletzt seine ersparten Pfennige säst insgesammtdurch ehrlichen Bankbruch eines Triestiner Hauses eingebüßt, undnun den Vorsatz hatte, Musterkarte und Elle gegen Habcrsack undDegen auszntauschcn.

Indessen ließ sich der neue Kandidat der Schlachten- und Wach-tenkunst das Schreckbild des Generals For nicht lange anfcchten.Man plauderte lustig bis in die Nacht, Da Fortunat aber in seinSchlafkämmcrchcn trat, erneuerte sich doch die vorige Bedenklich-keit. Ans einem Klapptischchcn an der Wand lag eine beschriebeneKarte mit den Worten:Hüten Sie sich vor dem Engländer; erführt Böses im Schilde! "

Der Gewarnte betrachtete das Blättchen lange von jeder Seite.Endlich, in seiner Hangmatte ausgestreckt, war ihm nur noch derWarner, und durch welche Hererei dieser die Karte in das wohl-verschlossene Gemach cingeschwärzt haben konnte, zuletzt sogar diesnicht mehr, der Neugier werth.

Und Alles war im leichten Sinne des jungen Mannes unter-gegangen und vergesse», nicht nur während er schlief, sondern auchals er folgendes Morgens erwacht war, aufs Verdeck stieg, und