Ruhe hervor. Ich empfing einen Oberbefehl unter dem GroßwesfirKara Mnstapha, und nach dem Unglück vor Wien ward mir dieVcrtheidigung von Bnda gegeben. Ich habe sowohl vor Wien,als hier m Bnda, manchen Kriegsgefangenen um dich befrage»lasse». Seltsam, daß cs eben Lcnte traf, die nichts von dir wußten.Ich hielt dich schon für todt. Wie danke ich dem Schicksal, dasdich, mein Olivicr, nun sonderbar genug und so unverhofft zu mirführt i"
Beide sanken fich einander wieder in die Arme und vergaßenfür den Augenblick, unter welchen widerwärtigen Verhältnissen sieznsammcngcführt waren. Die Morgenstunden verflossen unter tau-send Erinnerungen und Erzählungen aus der Vergangenheit, oderUnterhaltungen über den letzte» Krieg, über die Feldherren, überdie von denselben begangenen Fehler, über die Ursachen gegen-wärtiger Siege und Niederlagen. Olivicr gab seinem Freunde be-sonders bisher ihm unbekannt gewesene Aufschlüsse über das letzteTreffen vom l4. August, in welchem der Großwesfir, der nur dreißig-tausend Mann bei fich hatte, dennoch ans de» Vcrschanznngen hcr-vorrückte, und durch die Uebcrmacht der Kaiserlichen gänzlich ge-schlagen worden war. Der Pascha von Bnda fluchte wild und sagte:„Ich habe ihn vorher warnen lassen; cs war der rechte Augen-blick noch nicht gekommen."
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„Auf Entsatz hast du also nicht mehr zu hoffen!" versetzte derMajor Olivicr: „Du hast für, deinen und den Ruhm der Pfortegenug gcthan. Was du mehr thun willst, kann nur dein und derPforte Verderben werden. Bnda kannst du unmöglich retten; aberdu kannst eine tapfere Besatzung durch ehrenvollen Abzug rettenund sic dem ohnehin geschwächten Heere des Großwesfirs znführen.