Festung im Fahr 1072. Zur Belehnung ernannte mich der Groß-hcrr zum Pascha een Bender. Erst nach dem Frieden begab ichmich in mein Gouvernement. Hier öffnete sich mir, neben demGenüsse alles orientalischen LnrnS im Innern meines Palastes, eingroßer Kreis wohlthätigcr Wirksamkeit; ich versuchte cS, Gerechtig-keit statt roher Willkür geltend zn machen, den Barbaren edl'creGesittung, tatarischen Halbwilden Menschlichkeit zu geben. Ichhatte keine Sklaven, sondern nur Diener; ich hatte kei w Diener,sondern nur Freunde. So oft ich Europäer zum Geschenk bekamoder kaufen konnte, ließ ich sie nach einiger Zeit frei, alle mitder Bedingung, sich nach Wien zu begeben und Crklindignngcn Vondir cinzuzichen, ob du, ob Helena noch am Leben wären. Ichversprach dem, der mit bestimmten Nachrichten wieder znrückkom-men würde, eine wahrhaft fürstliche Belohnung. Es kam keinerderselben wieder zurück. Unter allen Sklaven in Bender fand ichnur einen einzigen, der Französisch reden konnte. Dies war einervon den dreihundert Edellcutcn, welche Herr de la Fcnillade zurBcrthcidignng Candia'S mit sich geführt hatte. Er hieß du Mont,und war zu Candia bei demselben Ausfall gefangen worden, beiwelchem der Herzog von Beaufort getödtct ward. Auch diesem gabich Aufträge für dich und den Marschall Bellesonds, ohne ihm meinAbstammen zu verrathcn. Ich ließ ihn frei. Ich zählte auf feinEhrenwort. Auch von ihm empfing ich kein Lebenszeichen wieder,„So lebte ich in Bender, geehrt, geliebt, wvhlthätig. Ichwar mit meinem Loose zufrieden. Dich und Helena einst noch beimir zu sehen, war zuweilen mein Traum der Sehnsucht. Er bliebTraum, Aber unter meinen köstlichen Juwelen hing dein Messer,Du siehst, ich habe es in goldene Kapsel, mit deinem Namen ge-ziert, fassen lassen. Das war das Liebste und Letzte ans dem Para-diese der Kinderwelt, das so weit hinter mir lag,
„Der Ungarkrieg rief mich endlich wieder aus meiner langen