Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
Seite
52
Einzelbild herunterladen
 

sums, licht nicht an die Person, nicht den Halbmond, nicht dasKreuz. Er redet zum Herzen seiner Geschöpfe aller; und in welcherSprache oder Form, ob im Turban oder Hut, ob in der Moscheeoder Kirche sich die Sciuigcn vor ihm dcmüthigen im Geilte nudHerzen, sie finden Alle Gnade vor seinen Augen."

Diese schönen Worte drangen mir in Gedächtnis und Gemüth.Wenn ich aber au Helena, wenn ich au dich, wenn ich an meinenalten Wohlthäter, den Marschall von Bcllcfonds, dachte, siräubtcsich meine treue Freundschaft für euch gegen den Turban. Sowaren zwei Jahre vergangen. Ich konnte nun wohl glauben, daßihr mich nicht zu den Lebendigen zählet. Ja, mehr als einmalwar'S mir wie Ahnung, Helena könnte nun wohl deine Gemahlingeworden sein. Wie sehr sich mein Innerstes zuerst gegen dieseMöglichkeit empörte, wünschte ich sic zuletzt, weil ich euch beideliebte, und mich doch für euch aus immer verloren sah.

Ali Muhaincd kündigte mir eines Tages mit nassen Auge»an, daß ich bestimmt sei, mit einem Haufen Sklaven des Groß-wcssirs auf eine seiner Ländereien i»S Innere Asiens geführt zuwerde».Nie hat sich," sagte er,ein Mensch, des besten Glückeswürdig, durch unbegreiflichen Starrsinn ein traurigeres LooS er-worben, als du!"

Der Großwessir ließ mich an demselben Tage vor sich rufen.Es ist das letzte Mal," sprach er,daß ich mit dir rede, unddas letzte Mal, daß ich dir die Wahl gebe, zwischen Freiheit undKnechtschaft. Hast du dich eines Bessern besonnen? Hat dein ge-sunder Menschenverstand obgcsicgt? Wisse, noch sicht cs bei dir,entweder als freier Mann im rühmlichen Kriegsdienste des Groß-herrn eine deiner Gaben würdige Bahn zu betreten, oder zeit-lebens in Asien, als gemeiner Sklave, gemeine Arbeit unter demStocke meiner Sklavenwächter zu treiben, bis du dort in schimpf-licher Dunkelheit endest."