Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
Seite
51
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als dich je die Franken lohnen nnd ehren können. Wer hält dich?Du bist durch keinen Eid gnehr an die Franken gebunden. DeinenEid brach die Gefangenschaft. Durch das KriegSrccht gehörst dumir. Was hält dich ab, wenn cs nicht dein unverständiges Vor-nrtheil ist, einer der obersten Offiziere im Dienste der hohe» Pfortezu werden?"

Ich cntgegnete:Herr, wenn ich meinen Glauben und meinenGott verließe, wer konnte mir Glauben nnd Vertrauen schenken?"Der Großwesstcr zuckte mitleidig die Achsel nnd sagte:Thor, hastdu denn einen andern Gott, als wir? Oder gab cs einen eigenenTnrkengott nnd einen besonder» Christengott? Dein Gott ist auchder meinigc, nnd es ist kein anderer außer ihm. Wer verlangt,daß du deinen und meinen Gott verlassen sollest? Aber deinenGlauben? Wenn du einen bessern findest, wirst du nicht den schlech-ter» verlassen, ohne Aufforderung? Und kennst du denn schon denGlauben Mnhamcds, des großen Propheten?"

Als ich cs verneinte, sagte er:Geh', und lerne ihn erst ken-nen." Von dem Tage an empfing ich Besuche von mehrernmuhamedanischcu Gelehrten. Ich hatte mich während meines erstenSklaverei-Jahrs mit der türkischen Sprache ziemlich vertraut ge-macht. Wir stritte» viel über NcligionSsachcn, wiewohl ich vonKindesbeinen an in der Theologie nichts Großes gcthan hatte.Einer meiner Bekehrer war ein feiner Kopf; ich unterhielt michmit ihm am liebsten. Da alle Mühe aber vergebens war, mirGeschmack an Beschneidnng, Moscheen und Waschungen bcizubrin-gen, verließ auch er mich, wie schon die Andern früher gethan hatten,und sagte:Höre, Freund, du streitest nicht mehr wegen Gottund Erwartungen von der Ewigkeit, sondern wegen Kalk und Steinder Kirchen, wegen Wein und Opium nnd dergleichen. Ich hieltdich für weiser, religiöser und verständiger, als du bist. Wissedenn, das höchste Wesen, der Schöpfer nnd Vater des Nniver-