Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
Seite
44
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Nähe. Helena wußte ihm für seine-Aufmerksamkeit nicht Dankgenug zu sagen. Beide wurden wieder glücklicher, als sic cs langegewesen. Beide wurden sich zum Bedürfnis'; aber beide bliebennoch in dem »»veränderten Verhältnisse, wie es zwischen ihrenHerzen von jeher geherrscht hatte. DaS war zuletzt nicht »achOlivicrS Sinn.Gehört mir allein in der Welt dein Herz,Helena," sagte er,und wem gehört cs sonst? so gib mirauch deine Hand. Wozu die Scheidewand für zwei Menschen, diesonst im Leben keinen mehr haben, als sich?"

Ich wollte, Olivier," sagte Helena,Sic begehrten esnicht von mir. Aber kann Sic das glücklicher machen, so bin ichschuldig, cs nicht zu verweigern. Ich habe kein Recht, Ihnendas Kleinste und Größte abznschlagcn "

Dies Jawort hätte freilich auf annehmlichere Weise gegebenwerden können; aber Olivier versöhnte sich mit den herben Wor-ten von so schönen Lippen.

So ward Hclcna OlivicrS Gemahlin. Sie waren das liebens-würdigste, das stillglücklichste Paar. Im Umgang mit wenige»,aber edclsinnigen Freunden verfloß ihr Leben in selten gestörterHeiterkeit.

Nachdem ihre Ehe »ennzehn Jahre gedauert hatte, starb He-lena. Viel trug, zur Verschlimmerung ihrer begonnenen Kränklich-keit, Schrecken und Noth während der Belagerung Wiens durchdie Türken im Jahre 1683 bei. Ihren Tod glaubte der treueOlivier nicht überleben zu können; er sichte mnthwillig auch denseinigen bei jedem Ausfall gegen die Türken, ohne seinen Wunscherfüllt zu sehe». Die kaiserlichen Soldaten glaubten zuletzt, erverstehe etwas von der schwarzen Kunst; er könne sich stich-, hicb-n»d kugelfest machen. Denn wenn rings umher Alles unter demfeindlichen Geschosse zusammenflürzte, stand er unversehrt.

Wie» ward endlich durch den Hcldengciil des Polenkönigs Jo-