Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
Seite
24
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nicht an. Lieben Sie mich, aber verlangen Sie nichts, und wer-de» Sie nicht gleich böse, wie ein kleines eigensinniges Kind, deminan nicht seinen Willen thnt. Ich habe ein Herz, das zur Freund-schaft von jeher fähig war. Aber das Lieben, nnd was man sichdarunter denkt, halte ich für eine wahre Narrheit, die, wie icheS bei Andern gesehen habe, in wahre Tollheit ausarten kann.Ich hoffe, Sie sind ei» vernünftiger Mann, lieber Olivier, undwerden es bleiben. Wollen Sie sich vermählen? Gut, ich helfeIhnen eine Fra» suchen; aber mich verschonen Sic ja mit allenZttinuthlingen und Anträgen. Ich habe z»m Ehestand einswcilcnherzlich schlechte Lust. Es ist gut, daß wir uns mit einanderdarüber erklären. Wir sprechen also nicht weiter darüber. DieSache ist jetzt abgcthan."

Dabei blieb es. Bei Helenen war die Sache nun wirklichabgcthan, aber nicht so geschwind bei Olivier. Nnd doch mußteer sich in sein Schicksal fügen. Zn», Glück gab cS bald für ihnZerstreuungen, die ihm wohl thatcn.

9 .

Unerwartet denn schon lange hatte Olivier vergebens ge-hofft trat eines Tages sein Freund Cngnv zu ihm herein.

Aber es ist nur im Flug," sagte Cugnh,nnd meines Blei-bens hier nicht lange. Urlaub erhalten konnte ich nicht, aber da-für erhielt ich einen Auftrag »ach Mailand. Ich kann acht Tagein La Sarraz sein. Dafür bin ich bis hieher Tag und Nacht unter-wegs gewesen."

Olivier war berauscht vor Freude. All sein Kummer verflog.Er stellte den Freund seinen Aeltern vor, der nun bei ihnen Woh-nung nehmen mußte. Das ganze Städtchen sprach vom Glücke deschcmaltgcn Zicgenhirten. Wo er durch die Straßen ging, riß