Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
Seite
23
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Allein er fühlte wohl, so lange er im Zauberkreise der schönenHelena athmcte, war für ihn keine Genesung zu erwarten.

Um diese Zeit erfuhr er durch das Gerücht, was man ihm imHause rw» HclencnS Aeltcrn sorgfältig verschwiegen hatte. Herrvon Asperlin von Raron, der Helenen in Lausanne kennen gelerntund ihr den Hof gemacht hatte, war durch Erbschaft zu beträcht-lichen Neichthümern gelangt, der Kriegsdienste satt, nun entschlossen,im Vaterlande zu bleiben, und hatte bei HelenenS Aeltern förm-lich nur die Hand ihrer Tochter geworben. Die Aeltern fanden sichdurch den Antrag sehr geehrt, hatten ihn genehmigt, Helenen da-von unterrichtet und ihre Einwilligung dazu verlangt. Helena aber,die auch ihr Köpfchen hatte, lachte über Herrn von Asperlin undseinen Neichthnm, wollte nicht Oberherrin von BavoiS sein, undsetzte den Beschwörungen ihrer stolzen Mutter und dem Dräuenihres gestrengen Vaters ein festes, entschiedenes Nein entgegen.

Nun wußte wohl Olivier »m AspcrlinS Bewerbung, aber nichtvon HelenenS Widerwillen gegen dieselbe. Cr siel auf den Ge-danken, Asperlin sc! ein beglückter Nebenbuhler, und er schworihm tausendmal de» Tod. Wenn er cs aber recht vernünftig über-legte, fand er doch, mit dem Tode des Nebenbuhlers sei ihm amEnde auch wenig geholfen. Dieser quälende Gcmüthsznstand machteihn ganz niedergeschlagen und traurig.

Helena bemerkte es und gab sich alle Mühe, ihren Freund zuerheitern.

Wie soll ich denn heiter sein, da ich unglücklich bin?" sagteer:Ich liebe Sie, ich bete Sie an, Fräulein, und Sie sind schoneinem Andern versprochen. Sie sind die Braut des Herrn vonAsperlin."

Helena lächelte unbefangen und erwiedertc:Ich bin NiemandsBraut. Herr von Asperlin ist mir unausstehlich geworden, seit erum mich wirbt. Bleiben Sie mein Freund, aber beten Sie mich