Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
Seite
25
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man die Fenster auf.Wer hätte das je denke» sollen!" riefJeder, der ihn sah. Seine stolze Haltung, das kühne Wesen, dieseine Gewandtheit und die Anmuth seiner Gesichtszüge nahmenJeden für ihn ein. Mit einer Art Furcht und einer Art Liebe blickteman ihm in die dunkeln, blitzenden Augen. Alles schien an ihmanders, als an Andern. Man mochte von seinen schwarzen LoÄensprechen, die ihm über die Schläfe nicdcrfielcn, oder von demwunderlichen Zug um seine Lippen, oder von seiner Kriegstracht,oder auch nur, wie er de» Degen trug, oder wie er grüßteAlles war etwas Anderes, als bei Andern. Hätten die Frauenund Mädchen von La Sarraz damals schon Gedichte gelesen, siewürden geradezu gesagt haben: er sei ein Apollino im GewändedcS Mars.

Cngny besuchte seine noch lebenden Verwandten der Reihenach der Vater war schon todt und dann mußte ihn Olivierauch zu ihrer beider ehemaliger Zcltkrämcrin Helena führen.

Sie ist ein bildschönes Märchen geworden!" sagte Olivierzu ihm,aber kalt und spröde wie Eis. Verwahre dein Herz!"

Helena hatte Cugny's Ankunft schon durch das Gerücht ver-nommen. Sic erinnerte sich noch ziemlich klar des hübschen Gciß-bnbcn, und fand das Gerede, wie schön er »nn geworden, ganznatürlich. Als er aber an OlivierS Seite zu ihren Aeltcrn insZimmer trat, schien sie wie von einem angenehmen Schrecken ge-lähmt. Kaum die ersten allgemeinen Höflichkeiten konnte sie er-wicdern. Cugny's Blick ruhte unter angenehmen Erinnerungenmit Woblgefallen auf dem reizenden Bilde. Ihre Augen glänztenihn, von einem Hellern Lichte, »nd wenn sie ein Wort zu ihmsprach, erglühten ihre Wangen, wie von einer fieberhaften Nöthe.Zum Glück beachtete das Niemand, als Cugny, der das für deshübschen Mädchens Art nahm, und während seines kurzen Auf-enthalts in La Sarraz fleißig wieder zu kommen versprach.