Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
Seite
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Siegen nnd Eroberungen. Dem kleinen Olivier war das schonrecht. Er nahm sofort eine Stelle bei der Armee an, die Cngnysvgleich in zwei Hälften thcilte. Er behielt den Oberbefehl überdie eine, Olivier ward der andern Anführer, als Feind gegen Cngny.Helena aber mnßte sich gefallen lassen, bald bei dem einen, baldbei dem andern Heere, als Marketenderin, zu dienen. Man ver-theilte das Gebiet von La Sarraz; man setzte Regeln fest, unddas Spiel gefiel Allen so wohl, daß man sich einander versprach,Len folgenden Tag wieder zusammcnzntreffen.

Olivier, ein lebhafter Knabe, hatte für das Kricgführen undSoldatenwescn nicht minder Neigung, als Engny. Beide, obwohlsic bei ihren Heeren immer als Feinde gegen einander standen,schlossen dabei unvermerkt die allerinnigstc Frenndschaft. Tag umTag, so oft Olivier ans dem väterlichen Hanse oder von der Schuleabkommcn konnte, war er bei seinem Cngny. Und ihre gemein-schaftliche Freundin Helena erschien die Woche wenigstens ein paar-mal mit Brod, Kastanien, und Wasser in einem Fläschchen, dieRolle der Zeltkrämerin zu spielen. Mit Olivier zwar kam sie,bei ihm fand sic gewöhnlich ihre Anstellung; beide waren Nachbars-kinder. Allein am Ende des Spiels stand sic gewöhnlich, als Kriegs-gefangene, bei Cngny, und es schien beinahe, als ließe sie sichgern von ihm fangen. Darüber gab es denn zuweilen Borwürfeher nnd hin. Zwar Cngny und Olivier entzweiten sich um ihreHelene nie; aber Olivier zankte desto öfter mit dieser, daß sic sichvon dem Paris so oft kapern ließe. Helena halte nun zwar ihrenMitbürger und Nachbar recht lieb. Er war in der That ein arti-ger Knabe, nnd hatte den wichtigen Vorzug, daß er hübscher ge-kleidet war, als Cngny. Indessen hatte das kleine Mädchen dochbemerkt, daß die Natur den schwarzlockigen Cngny noch weit zier-licher geschmückt habe, als irgend ein Schneider schmücken könne.

Unter Krieg nnd Liebe, Zank nnd Versöhnung verstrich der