Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
Seite
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und Malz verloren, und keiner seiner Zuhörer bekehrte sich. Viel-mehr, je eifriger der kleine Redner gegen die Laster der Zeit don-nerte, gegen Betrug und Diebstahl und Straßenraub, je ärgertrieben es die Ziegen, besonders wenn er, ihre Frömmigkeit unddie Wirkung seines Wortes zu prüfen, einmal die Gemeinde zunahe an einem Kraut- oder Blumengarten vorbciführtc. Sie durch-brachen in ihrer heidnischen Blindheit vie Häge und Zäune, undplünderten das fremde Eigcnthnm rein ans.

Als um dieselbe Zeit ein Vetter ins Land zurückkam, der sichim Kriegsdienste bis zur Würde eines Fcldwcibels cmporgcschwun-gcu und gute Beute gemacht hatte, änderte sich Alles. Denn deralte Schnurrbart brachte den Winter in Cugny'S Hause zu, underzählte jeden Abend von seinen und des Marschalls GucbriautHeldcnthaten, unter dessen Fahnen er gejochten. Da hörte manvon Gustav Adolf, dem Schwedenkönig; da von Bernhard vonWeimar, von Tilly, Pappcnhcim und Wallcnstcin; da von denSchlachten bei Lützen und Wittstock, von der Zerstörung Magde-burgs und dergleichen. Der KriegSmann erzählte so lebendig, daßman die Schlachtfelder, die Heere, die Helden vor Augen sah,und de» Donner des Geschützes sehr deutlich hörte. Er zeichnetedie Schlachtordnungen ans den Tisch, und schwor und fluchte da-zwischen, daß allen Menschen angst und bange ward.

Keiner im Hanse horchte aufmerksamer, als der Jüngste, demkein Wort, kein Schlachtordnung, kein Name dem Gedächtnisseentschlüpfte. Sobald das Frühjahr kam, und er wieder zum Zicgen-hirt ernannt ward, nahm er diese Ernennung als FeldhauptmannS-Jnstcllation, und erhob auf der Stelle seinen Hund, der im vori-gen Jahre bei der Heerde nur Sigristen- oder Küstcrdienstc ver-richtet hatte, zum Gencraladjntanten. So zog er ans, immerdarsiegreich. Er eroberte viele Thäler, Hügel und Wälder, und hattebeinahe, wie Wallenstein der Ehrgeizige, Lust, die Eroberungen