dcr Jüngste mußte schon C'eld verdienen, und zur Bestreitung häus-licher Bedürfnisse beitragen helfen.
Aber der alte Vater hatte an diesem Jüngsten wenig Freude,den» er war ein kleiner, wilder Bube, der tausend tolle Streichemachte, zu denen es jede» Tag Gelegenheit gab. Freilich warddcr kleine Taugenichts dafür tapfer gezüchtigt; allein was half's?Die Strafen des Abends waren am Morgen jedesmal richtig ver-schlafen und vergessen. Dabei fehlte es dem kleinen, quecksilbernenBuben gar nicht an liebenswürdige» Eigenschaften. Er war nichtnur ein schöner Knabe, den die Dichter seiner Zeit, wäre er ihnenals Prinz, und nicht im Zwilchkittcl und barfuß erschienen, ohneUmstände mit einem Ganymed oder Liebesgott vergliche» habenwürden: sondern er hatte auch die Gabe, sich, wenn er wollte,Jedem angenehm zu machen. Der Schulmeister hielt viel auf ihn;denn keiner seiner Schüler schrieb eine so zierliche Hand, las mitso lebendigem Ansdruck, rechnete so fertig. Der Schulmeister halteselbst dem alten Cugny einmal gesagt: „Euer Bube sollte nachLausanne in die hohe Schule; der versteht beinahe schon so viel,als ich. Der sollte Pfarrer werden!" — Der Alte hingegen zucktedie Achseln und sagte: „Wir Bauern brauche» auch gute Köpfe,und eher, als die Reiche»; den» die, wenn sic keinen Kopf haben,setzen den Geldsack zwischen ihre Schultern. Das können wir armenLeute nicht."
Der kleine Engny mußte also mit seiner Liebenswürdigkeit undseinen vom Schulmeister gepriesenen Gcistesgaben die Ziegen hüten.Das that er nun auch, und hätte es wohl besser thnn können, wennihm nicht das Amt zu langweilig gewesen wäre. Er legte indessenso viel Anmnth und Kurzweil hinein, als er konnte.
Lange Zeit z. B. betrachtete er sich als Pfarrer, und die Heerdeals seine Gemeinde. Da hielt er derselben die rührendsten Pre-digten von der Welt; aber an diesen gehörnte» Heiden war Hopfen