Druckschrift 
7 (1851)
Entstehung
Seite
392
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meinen Verständnissen mit Donna Lucia. Dann beschwor ich ihn,meiner Gemahlin nichts zu entdecken.

Nachdem in diesen Gesprächen wohl eine Stunde vergangenwar, sehnte ich mich doch wieder, meine Gemahlin zu sehen;aber ich wagte es nicht, den Prinzen daran zu erinnern. SeineDiener brachten uns Erfrischungen und zündeten die Kerzen an,denn es begann Abend zu werden.

Endlich erschien der alte Franziskaner, und nahm mich wie de»Prinzen lächelnd bei den Händen, sagend: wir würden erwartet.Er führte uns in ein prachtvolles Zimmer, von unzähligen Kerzenblendend hell, wie der Tag. Darin stand Niemand, denn Hcrmin-garde, aber zu meinem Entsetzen zweimal.

Nun wählet," sprach der Franziskaner,welches Eure Ge-mahlin sei! Ich selbst weiß es nicht mehr."

Der Prinz schien nicht weniger betroffen, als ich, und schwor,-dieser Anblick wäre einzig in der Welt. Ich sah wohl ein, daß derPrinz nebst dem Mönche die schönen Schwestern zusammcngeführthatten, um sich an dem wundersamsten Spiel der Natur und anmeiner Verwirrung zu weiden. Aber der Prinz war nicht minderbetroffen, als ich. Die Täuschung z» vollenden, waren beide fastgleich gekleidet.

Doch wie ich sie verglich, fand ich der zarten Verschiedenheitenviel; am Funkeln ihres Blickes erkannte ich mit geheimem Schau-der Donna Lucia. Da neigte ich mich zu der mildern Schwester,die den stillen Himmclsblick der Liebe auf mich senkte, und küßteihre Hand und sprach:Ich kann sie nicht mehr verwechseln."

Donna Lucia, oder vielmehr Eugenia, lachte mit ausgelasse-nem Muthwillen, und sagte:Wie meinet Ihr, Do» Bastiano,-habe ich Euch nicht rechtschaffen gequält?"

Ich sagte:Man verzeihet solche Sünden wohl gern. Aberwarum habet Ihr mir das gethan?"