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D i e A b r e i s e.
Wenige Tage nachher ward das Fräulein von Grota dem GrafenUlrich verlobt. Es waren Fremde zugegen, und man lebte hoch.Die Braut schien auch gefälliger, als sonst, gegen ihren künftigenGemahl zu sein, aber tu ihren Augen stand verborgenes Leidengeschrieben. Es wußte kein Anderer um die Ursache, als ich.
Den gleichen Tag beurlaubte ich mich von allen Bekannten undFreunden, weil ich folgenden Morgen in aller Frühe das Schloßverlassen und in die Fremde gehen wollte. Wir schieden spät Nachtsaus einander. Der Abschied kostete uns allen Thränen, selbst demGrafen Sigismund. Aber dem Fräulein mußte ich heimlich ver-sprechen, es, wenn Alles schlafe, noch einen Augenblick zu sehen,um ihm das schmerzliche Valet zu sagen.
Und als Alles schlief, ging ich durch das Schloß zu dem wohl-bekannten Zimmer, dessen Thür nur angelehut war. Das Fräu-lein saß beim dunkeln Schein einer Lampe und weinte. Ich trösteteund verhieß, oft in Briefen an Grafen Sigismund von mir Nach-richt zu geben.
Der Morgen graute, als wir endlich im Ernst von einanderschieden: denn mein Knecht Thorhaimer führte schon die Rosseauf den Schloßhof vor. Wie ich kaum in meinem Zimmer angc-kommen war, erschien ein Diener, der mich wecken sollte, und brachtemir ein Morgencssen. Bald daraus kam auch Graf Sigismund,und mit ihm sein Sohn Ulrich, die mir noch einmal das Lebewohlbringen wollten. Ich aber war so beschämt, daß ich vor Ulrichdie Augen niedcrschlug, und mein Gewissen machte mir viele Vor-würfe. Der alte Herr segnete mich, und gab mir viele heilsameLehren, was ein junger Mensch auf Reisen zu bedenken habe, umnicht in Schaden zu kommen. Ich aber horte von Allem wenig,und war wie im Traum. Ich dankte meinem Vater, und wünschte