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dein, warst du nicht mein Schatten? Wie, du getreuer Welzer,willst du den PrciSnamen deiner Väter an mir verläugnen, undmir untreu werden? So rede, wenn du cS noch redlich meinst,und schließe mir dein Herz auf."
Da sprang er jäh vom Sitz auf, griff meine Hand, drückte siegewaltig, und sah mir mit funkelnden Augen ins Antlitz, als wollteer mich verzehren.
„Was säumest du? frisch auf und sprich!" sagte ich nochmals.
Er antwortete: „Wohlan, Bastian, so laß vom FräuleinSibylla. Das Fräulein ist mir vom Vater erkohren, und ichliebe es über alles Gut. Aber es hat Abneigung, weil es dichgesehen und dir im Herzen de» Vorzug gegeben. Darum versprichmir, das Fräulein zu lassen."
„Oho!" rief ich: „Sollte uns ein Mädchen trennen? MitNichten! Das Fräulein von G ro ta ist mir Ehren und Liebe Werth;und ein Schimpf wäre es, wenn der Stein, den es berührt, nichtwarm würde, geschweige der Mensch. Doch gebe ich dir meinWort, daß ich dem Fräulein nicht fürder nachgehe. Auch ist esmir unbekannt, ob cs mir Vorzug gibt; wohl weiß ich, du hastden Vorzug in meinem Herzen vor allen Männern und Jungfrauen."
Da schloß er mich in seine Arme, und wir gingen wieder hinabzum Schlosse. Unterwegs vertraute er mir, daß er mit dem GrafenSigismund gesprochen, ihm seine Liebe zum Fräulein offenbaret,und daß der alte Herr ihn umarmt und geküßt und gesprochenhabe: „Mein Sohn, sie ist die Deine, und soll cs sein. Auchdeine Mutter selig war eine Grota. Wirb um des Fräuleins Gunst."
Dies erzählte er mir. Als wir aber zum Schlosse kamen, ver-schloß ich mich in meine Kammer und dachte an das, was mirGraf Ulrich gesagt, und am meisten, daß mir das schöne Fräu-lein den Vorzug gegeben. Da fühlte ich erst, daß mir Sibyllaunendlich theucr sei, und sie kam mir liebreizender vor, als jemals.