Druckschrift 
7 (1851)
Entstehung
Seite
214
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bald. Nein, mit eben der Niederträchtigkeit war SosistratoS ver-triebe» und gestürzt, wie man ihn vorher gehoben und vergötterthatte. Daß er nicht glücklich gewesen, das war sein Verbrechengeworden. Aus Feigheit hatten ihn seine Getreuesten verlassen undvcrrathen. Bloß in Hoffnung, die Stelle der Gestürzten zu erklet-tern, hatten Andere gegen ihn geschrien. Man verwünschte dasAndenken SosistratoS, verkleinerte selbst seine Thatcn, schilderteihn scheußlicher, als er war, ohne zu empfinden, daß das Volkdamit zugleich seinen eigenen Ruhm verdunkle.

Dennoch hielt ich Ostbetrogener noch fest an meinem Glauben.Zwar mußte ich mir selbst gestehen, die Mehrheit dieses Volkessei weder fähig noch Werth, sich selbst zu beherrschen. Doch aberzählte ich auf die kleine Zahl der Edel». Durch freiere, zweckmäßigeVerfassung, dachte ich, werde die Menge zur Freiheit erzogen wer-den können. Zn Fesseln wird der Sklav nie Höchst»» und GemüthS-kraft lernen.

SosistratoS mit den Vertriebenen bereitete uns indessen Kriegauf Tod und Leben. Karthago, welches immer nach dem BesitzSiziliens dürstete, war sogleich bereit, ihm Beistand von Afrikaher zu geben. Anstrengung und Noth, dachte ich, entwickelt Kraft.Ein Volk, welches für eine Freiheit kämpft, die ihm noch gleich-gültig ist, wird endlich das lieb gewinnen, wofür es sein bestesBlut geopfert Hai. Mich freute dieser Krieg. Ich diente in dem-selben bald als Befehlshaber, bald als Gemeiner. Nicht die Stelle,sondern der Mensch soll im Freistaat gelten; der geringste Bürgerachtbar sein, wie der vornehmste. Der Mann muß sein Amt ver-herrlichen, nicht das Amt den Mann.

Mein Gedanke war nur der Tod des Tyrannen. Ich sehntemich, ein zweiter Timolcon zu werden. Süß schien mir's, für Frei-heit und Rettung Syrakusens sterben zu können. SosistratoS warnach Sizilien gekommen. Mit karthagischen Hilfsvölkern lagerte