Druckschrift 
7 (1851)
Entstehung
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190
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Die Antwort der Monarchin enthielt, außer den Empfindungenihres Dankes, ein beigefügtes Schreiben an Madame d'Anbant. DieKönigin bat sie, zu ihr an den Hof zu kommen; der König vonFrankreich werde für ihren Gemahl und für die Tochter, so siemit demselben erzeugt hatte, ans das Glänzendste sorgen. Aberdie Prinzessin antwortete ihres hohen Geistes würdig und im stolzenGefühl ihres Glückes. Sie verwarf alle Anträge und blieb in ihremDunkel. Auf der Insel Bourbon war sie noch im Jahr 1754.

Nach dem Tode ihres Mannes und ihrer Tochter begab sie sichwieder nach Europa. Viele behaupte», daß sie sich nach Mont-martre zurückgezogen habe, wo man sie noch im Jahr 1760 ge-sehen haben will.

Andere versichern, daß sie den Abend ihres tugendhaften Lebensin Brüssel gelebt habe, wo ihr eine ansehnliche Pension aus demHause Braunschweig ward. Hier war sie aller Armen Trösterin;jeder Unglückliche fand Hilfe bei ihr, wenn ihn die Welt verlassenhatte. Eine unzerstörbare, sanfte Heiterkeit schwebte in ihren Ge-sichtszügen, wie Wiederglanz ihres innern Seelenfriedens. Nahean siebenzig Jahren bewahrte sie »och Spuren ihrer ehemaligenSchönheit; und die Fülle reiner und beseligender Empfindungen,mit denen sic einst die Tage ihrer Jugend durchwandelte, bliebenihr noch im stillen LebeuSwintcr getreu.

Und als sic nun, so wird von ihr erzählt, die holde Stundeschlagen hörte, welche ihre Seele wieder vereinen sollte, mit demvorangcgangcnen Freund ihres Herzens, mit d'Anbant und ihrenKindern und als Aller Augen an ihrem Sterbebette weinten,wandte sie sich noch mit sanftem Lächeln zu den Klagenden, undsprach:

Ich habe einen schönen Traum geträumt; nun laßtmich doch zum Leben erwachen!"