Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
282
Einzelbild herunterladen
 

282

»Habt Ihr noch Geschäfts in Burgund, da eS jetzt mitEuerm Herzog ein Ende hat?"

Mein Vater weiß das am besten," versetzte Arthur;aber ich besorge, daß es nicht der Fall ist. Die Herzoginvon Burgund, welche nun einen Theil der Gewalt ihres ver-storbenen Gemahls in seinem Gebiet übernehmen muß, istdie Schwester Eduards von Dort, die Todlfeiiidin des HausesLancaster und Aller, welche demselben treu geblieben sind.Es wäre weder klug noch sicher für uns, in einem Lande zubleiben, welches sie beherrscht."

In diesem Fall wird mein Plan nach Wunsch gelingen.Ihr kehret nach Geierstein zurück und wohnet bei uns. DeinVater wird der Bruder des ineinigen und ein besserer wirder sein, als mein Oheim Albert, den er nicht besuchte undmit welchem er nur selten redete. Mit deinem Vater aberwird er sich von Morgen bis Abend unterhalten, und unsdie Feldarbeiten überlassen. Du, Arthur, gehst mit uns, duwirst unL allen Len armen Bruder Rüdiger ersetzen. Er warfreilich mein rechter Bruder und das wirst du nie werdenkönnen, aber ich konnte ihn nie so lieb haben wie dich, weiler kein so gutes Gemüth halte. Und dann, Anna, meineBase Anna ist ganz der Sorge meines Vaters überlassen.Sie ist jetzt auf Geierstein und du weißt, König Arthur,wir nannten sie immer die Königin."

Da habt Ihr eine große Dummheit gesagt," versetzteArthur.

Aber es ist ganz wahr den», siehst du, ich erzählteAnnen gerne unsere Geschichten von der Jagd u. s. w., abersie wollte nichts hören, bis ich etwas vom König Arthurballen ließ, dann versichere ich Lick, hielt sie sich so ruhig wieeine Auerhenne, wenn der Habicht in der Luft umherkreis't.