Der Herzog bemerkte nichts über diese Entschuldigungund schrieb sein Ausbleiben einem versteckten Widerwillen desItalieners zu, wonach er nicht wünschte, Orford zu begegnen.Die Gaste wurden eine Stunde vor Mitternacht aus demZelte des Herzogs entlassen.
Als Orford und sein Sohn sich in ihrer eigenen Wohnungbefanden, versank der Graf in eine tiefe Träumerei, welchefast zehn Minuten andauerts. Endlich fuhr er plötzlich'zu-sammen und sagte: „Mein Sohn, gieb Thiebold und deinenLeuten Befehl, unsere Pferde bei Tagesanbruch vor demZelte bereit zu halten oder lieber noch früher. Vielleichtwäre es nicht übel, wenn du unfern Nachbar Colviu bätest,uns auf unserm Gang zu begleiten. Ich will mit dem frühe-sten Morgen die Vorposten besichtigen."
„Woher rührt dieser plötzliche Entschlnß, gnädiger Herr?"fragte Arthur.
„Und doch dürfte er zu spät kommen," entgegnete seinVater. „Wäre es Mondschein, so hätte ich die Runde beiNacht gemacht."
„Es ist so finster, wie in einem Sack," versetzte Arthur.„Aber warum, mein Vater, erregt gerade diese Nacht EureBesorgniß?"
„Sohn Arthur, du hältst vielleicht deinen Vater fürkindisch. Aber meine Amme, Martha Niron, war eine Frauans dem Norden und voll Aberglaubens. Besonders sagtesie oft, ein plötzlicher, ohne Ursache eingetretener Wechsel ünWesen eines Menschen, wie vom Leichtsinn zur Besonnenheit,von der Mäßigkeit zur Ausschweifung, vom Geiz zu über-triebenen Ausgaben, von der Verschwendung zur Geldliebeoder dergleichen deute auf eine bevorstehende Aenderung sei-nes Schicksals, eine große Umwandlung der Verhältnisse zum