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sehen. Wenn ich in dieser Welt Fehler begehe, so finde ichwohl in einer andern Gnade. — He, Herr Marschall,"rief er, „führet uns Eure Gefangenen vor."
Der Marschail von Burgund trat mit dem Grafen vonOrford ein und meldete, sein anderer Gefangener, Campv-basso, hätte so eindringlich gebeten, man möchte ihn gehenund Schildwachen an dem Theil des Lagers aufstellen lassen,der dem Schutz seiner Truppen anvertraut wäre, daß er, derMarschall, es für paffend gehalten hätte, seinem Verlangennachzugeben.
„Cs ist gut," sagte Burgund ohne weitere Bemerkungen.
— „Was Euch betrifft, Graf Orford, so würde ich EuchEuer» Sohn vorstellen, wenn Ihr ihn nicht schon begrüßthättet. Er hat sich viel Ehre und Ruhm gewonnen und mirgute Dienste geleistet. Wir sind in einer Zeit, da gute Men-schen ihren Feinden vergeben; ich weiß nicht warum — meineGemüthsart eignete sich immer wenig zu derartige» Dingen
— aber ich fühle ein unwiderstehliches Verlangen, den bevor-stehenden Kampf zwischen Euch und Campvbasso zu hemmen.Willigt um meinetwillen ein, Freunde zu werden und nehmtEuer» Fehdehandschuh zurück. Laßt mich dieses Jahr —viel-leicht daS letzte, das ich sehe — mit einer Handlung desFriedens beschließen."
„Gnädiger Herr," erwiederte Oxford, „es ist etwas Un-bedeutendes, was Ihr von mir fordert, da Euer Verlangennur auf eine Christenpflicht dringt. Ich war wüthend überden Verlust meines Sohnes und Lanke dem Himmel undEurer Hoheit, daß er wieder da ist. Der Freund Campo-bassv'S. zu sein ist mir unmöglich. Treue und Verrath, Auf-richtigkeit und Falschheit könnten sich ebenso gut die Händereichen und einander umarmen. Aber der Italiener wird mir