zumeist. Wenn Ihr mit ihr theilen wollt bis zu besserenTagen — immer vorausgesetzt, daß Euer Vater seine Ein-willigung dazu gibt, (denn mein Kind soll sich in keine Fa-milie gegen den Willen des Hauptes derselben eindrängen)so weiß meine Tochter, daß ihr meine Zustimmung und meinSegen zu ihrem Vorhaben nicht fehlt. Auch mein Brudersoll meinen Willen erfahren. Er wird meine Absicht billigen;denn wenn er schon gegen alle Gedanken an Ehre und Ritter-thum abgestorben ist, so hat er doch noch Sinn für natür-liche Gefühle, er liebt seine Nichte und ist Euer und EuresVaters Freund. Was sagt Ihr dazu, junger Mann, wolltIhr eine bettelarme Gräfin nehmen und mit ihr durch's Le-ben gehen? Ich glaube — ja, ich sage voraus, (denn ichstehe so nahe am Rande des Grabes, daß ich einen Blick überdasselbe hinauswerfen zu können glaube) eS wird ein Tagkommen, an welchem die Kronen derer von Vere und Geier-stein von neuem erglänzen, wenn ich schon lange mein dunk-les und bewegtes Leben geendigt habe."
Arthur warf sich vom Pferde, ergriff die Hand des Gra-sen Albert und war im Begriff, sich in Worte des Dankeszu ergießen; aber der Graf bestand darauf, daß er schweige.
„Wir werden uns jetzt trennen," sagte er „Die Zeit istkurz, der Ort gefährlich. Ihr seid für mich, aufrichtig gespro-chen, weniger als nichts. Hätte nur ein einziger der vielenehrgeizigen Entwürfe, die ich verfolgt, mich zum Ziele geführt,so wäre der Sohn eines verbannten Grafen nicht der Eidamgewesen, den ich gewählt haben würde. Steht auf und setztEuch wieder zu Pferde — der Dank ist unangenehm, wennman ihn nicht verdient hat."
Arthur erhob sich, stieg auf und suchte dem Grafen seinEntzücken in einer Weise verständlich zu machen, welche dem-