259
stakt eines Geiers hatte, fingen sonderbare Vermuthungcn an,in seinem Kopf aufzusteigen. Sie bestätigten sich, als derRitter den Helm öffnete und die düsteren und strengen Zügedes Priesters von der St. Paulskirche sichtbar wurden.
„Graf Albert von Geierstein!" rief Arthur.
„Derselbe," versetzte der Graf, „obgleich Ihr ihn in an-derem Gewand und Kopfputz gesehen habt. Aber die Tyranneitreibt alle Männer in die Waffen und so habe auch ich siemit Erlaubniß und auf Befehl meiner Oberen wieder ausge-nommen, nachdem ich sie lange bei Seite gelegt hatte. EinKrieg gegen Grausamkeit und Unterdrückung ist heilig, wieder, welcher in Palästina geführt wird und in welchem auchPriester Waffen tragen."
„Mein Herr Graf," sagte Arthur mit Wärme, „ich kannEuch nicht früh genug bitten, zu der Schaar Ferrand's vonLothringen zurückzukehren. Hier seid Ihr in Gefahr, undweder Stärke noch Muth kann Euch etwas nützen. Der Her-zog hat einen Preis auf Euren Kopf gesetzt; und die Gegendzwischen hier und Nancy wird von Stradioten und leichtenitalienischen Reitern durchschwärmt."
„Ich spotte ihrer," antwortete der Graf. „Ich habe nichtso lange in den Stürmen der Welt, unter Ränken im Kriegund Frieden gelebt, um von so gemeinen Händen zu fallen— überdies seid Ihr ja bei mir und ich habe so eben gesehen,daß Ihr Euch wie ein Edelmann zu betragen versteht."
„Für Eure Vertheidigung, gnädiger Herr," erwiederteArthur, der bedachte, daß sein Gefährte der Vater Anna'svon Geierstein war, „würde ich mein Bestes versuchen."
„Was, junger Mensch!" versetzte der Graf Albert mitspöttischem Ernst, wie er seinem Gesicht eigen war; „wolltet
17 *