Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
258
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Ferrand,ehe Euch Unrecht geschiehtJhrseidfrei, Herr Ritter.Euer Vater und Ihr wäret meiner königlichen Tante Marga-rethe ergeben, und wenn sie schon feindliche Gesinnungen ge-gen mich hegte, so lasse ich doch Eurer Treue gegen sie Ge-rechtigkeit wiederfahrcn. Aus Achtung vor ihrem Andenken,die ihr Erbe verloren hatte, wie ich selbst, und meinem Groß-vater zu Liebe, der, wie ich glaube, etwas auf Euch hielt,gebe ich Euch die Freiheit. Aber ich muß auch für EureSicherheit während Eurer Rückkehr in das burgundische Lagersorgen. Auf dieser Seite des Berges sind ehrliche und auf-richtige Leute, aber auf der anderen gibt es Verräther undMörder. Ihr, Herr Graf, werdet, denk' ich, unfern Ge-fangenen gerne außer Gefahr sehen."

Der Ritter, an welchen Ferrand diese Worte richtete,ein großer stattlicher Mann, setzte sich in Bewegung, um Ar-thur zu begleiten, während dieser gegen den jungen Herzogvon Lothringen die Empfindungen aussprach, welche das ritter-liche Benehmen desselben in ihm erregte.Lebt wohl, HerrArthur von Vere," sprach Ferrand.Ihr habt einen wackernKämpen getödtet und mir den nützlichsten und anhänglichstenFreund. Aber die Sache ging ehrlich und offen von Statten,mit gleichen Waffen und vor der Linie; das Unglück kamüber den, der zuerst die Fehde begann." Arthur verbeugtesich bis zum Sattelknopf. Ferrand erwiederte den Gruß undso schieden sie von einander.

Arthur und sein neuer Gefährte waren eine kurze Streckeaufwärts geritten, als der Fremde also anfing:

Wir sind schon einmal Reiseaenossen gewesen, jungerMann, doch Ihr errinnert Euch meiner nicht mehr."

Arthur wandte die Augen auf den Reiter und als er be-merkte, daß der Kamm, welcher den Helm schmückte, die Ge-